Erstellt am 19. März 2016, 05:04

von Veronika Löwenstein

Für Bruder bestraft. Asylwerberin und ihr Sohn aus Afghanistan mussten übersiedeln, weil ihr Bruder in Berndl-Bad-Vorfälle verwickelt war.

Eine Mutter und ihr Sohn (13) aus Afghanistan wurden übersiedelt, weil der Bruder der Frau im Berndl-Bad gestört hatte. Sie sind im neuen Quartier sehr unglücklich.  |  NOEN, Lukasz Z/ shutterstock.com
Noch ist nicht klar, wie es mit den Asylwerbern, die überraschend das Containerdorf verlassen mussten, weitergeht. Wie berichtet, begründete Peter Anerinhof, Flüchtlingskoordinator des Landes NÖ, die Maßnahme mit den Vorfällen im Berndl-Bad.

Während sich eine vierköpfige Familie in ihrem neuen Quartier in Baden sehr wohl fühlt, geht es einer afghanischen Frau und ihrem 13-jährigen Sohn sehr schlecht, wie Bianca Bedliwy, Betreuerin der Firma SLC Europe im Containerdorf, erzählt. Die Frau war mit ihrem Bruder und ihrem Sohn aus ihrer Heimat nach Österreich geflüchtet.

Nachdem der Bruder an der Störaktion im Berndl-Bad beteiligt war, mussten auch die Frau und ihr Sohn als Strafaktion übersiedeln. Der Bruder hat inzwischen entschieden, dass er wieder nach Afghanistan zurückgeht, die Frau trauert nun in Altenmarkt an der Triesting dem Korneuburger Containerdorf nach, wo sie viele Freunde gefunden hat.

Asylwerber in Container hoffen auf Rückkehr

„Sie hatten sich total gut eingelebt, und auch der junge Bursch hatte sich gut entwickelt“, erinnert sich Bedliwy. Der Kontakt mit den anderen Asylwerbern ist nach wie vor aufrecht. „Sie fragen mich immer wieder, ob sie zurückkehren darf“, so die Betreuerin. An den Abschied erinnert sie sich ungern zurück. Der junge Bursch, der die Neue Mittelschule in Korneuburg besuchte, war kurz vor der unfreiwilligen Abfahrt extra noch zur Schule gefahren, um sich unter Tränen von seinen Mitschülern zu verabschieden. „Sie sind sehr unglücklich im neuen Quartier“, weiß Bedliwy.

Nachgefragt beim Land NÖ, versichert man gegenüber der NÖN, dass man den konkreten Fall nochmals genau unter die Lupe nehmen werde.