Erstellt am 13. Januar 2016, 05:03

von Veronika Löwenstein

„Fürs Buffet gibt es noch keine Lösung“. In kleineren Heurigenbetrieben oder Buffets, wo es schnell gehen muss, wird die neue Verordnung zum Problem.

Die großen Gastronomiebetriebe haben in den meisten Fällen bereits seit Jahren Registrierkassen. Zum Problem wir die Umsetzung der neuen Verordnung aber an Buffets, wo es schnell gehen muss.  |  NOEN, Claus Stumpfer

Seit 1. Jänner ist die Registrierkassenpflicht in Kraft. „Die Stimmung ist sehr negativ“, gibt Peter Hopfeld, Bezirksstellenobmann der Wirtschaftskammer, die Atmosphäre in der Unternehmerschaft wieder. Dabei ist es nicht nur die Registrierkasse, die zu schaffen macht. „Barrierefreiheit, Rauchergesetz, Allergenverordnung, Kühlkettenüberwachung und jetzt die Registrierkassenpflicht. Es kommen einfach so viele Dinge zusammen“, erklärt er die Hintergründe.

Weinhappel : "Investitionen sind nicht ohne"

Rund 100 Heurigenbetriebe gibt es im Bezirk, treffen wird es vor allem die kleinen mit kurzen Ausschankzeiten, fürchtet Weinbauverbandsobmann Julius Schauerhuber. „Manche werden sich denken, jetzt, wo soviel auf uns zukommt, sperren wir halt fünf Jahre früher zu“, mutmaßt der Weinbauer aus Stetteldorf.

Bezirksbauernkammerobmann Manfred Weinhappel sind einige wenige solcher Fälle im Bezirk bekannt. „Die Investitionen sind nicht ohne“, betont er, „das ist oft das letzte Quäntchen, warum wer Schluss macht.“ Schauerhuber kennt einen konkreten Fall, bei dem der Heurigenwirt 20.000 Euro in den Ankauf eines Registrierkassensystems investieren muss.

„Er hat zwei Ausschankstellen für Getränke, ein Buffet, sechs Kellner und Ab-Hof-Verkauf“, veranschaulicht er. Die Registrierkassenpflicht kann folglich auch Auswirkungen auf die Heurigengäste haben. „Es wird Preiserhöhungen geben“, kündigt Schauerhuber an, dass Achterl und Spritzer in Zukunft mehr kosten werden.

Wie 400 Gäste in nur 20 Minuten bedienen? 

Hopfeld weiß zwar konkret von keinen Betrieben, die aufgrund der neuen Verordnung zusperren, trotzdem sieht er schwerwiegende Probleme auf die Wirtschaftstreibenden zurollen, wie er aus eigener Erfahrung weiß.

Zwar verwende sein Gastronomiebetrieb seit 20 Jahren eine Registrierkasse, wie er das neue Gesetz aber beim Buffet im Z2000 umsetzen soll, bleibt für ihn schleierhaft. In der Pause des Neujahrskonzerts musste man innerhalb von 20 Minuten rund 400 Gäste bedienen.

Für jeden Kunden einen Beleg auszustellen, sei zeitlich einfach nicht möglich, gibt er zu denken. „Wir waren zu sechst hinter der Bar und haben mit Hochdruck gearbeitet, aber das ist nicht machbar. Wir wissen nicht, wie wir das handeln sollen, es gibt keine Lösung.“


Info-Messe

Stockerau: 20.1. von 13 bis 18 Uhr Entscheidungshilfen für Registrierkassensysteme, im Z2000

 


Registrierkassenpflicht

Kassenpflicht: Für Unternehmer mit einem Jahresumsatz über 15.000 Euro und Barumsätzen über 7.500 Euro besteht ab dem Jahr 2016 die Verpflichtung zur Verwendung eines elektronischen Aufzeichnungssystems.

Belegerteilungspflicht: Für jeden Unternehmer besteht ab 1.1.2016 die Verpflichtung, bei Barzahlungen einen Beleg zu erstellen und dem Käufer auszuhändigen. Dieser muss den Beleg entgegennehmen und bis außerhalb der Geschäftsräumlichkeiten für Zwecke der Kontrolle mitnehmen.

Vereinsfeste: Bei Vereinsveranstaltungen, wie etwa Feuerwehrfesten, entfällt die Pflicht unter gewissen Voraussetzungen, z.B. Veranstaltung nicht mehr als 48 Stunden im Jahr.