Erstellt am 06. April 2016, 05:04

von Michaela Höberth

Gefährlicher Fund: „Bombe hätte auch hochgehen können“. Bei Feldarbeiten stieß Rainer Gschlad auf eine Granate aus den Kriegsjahren.

Rund 30 Zentimeter misst die Granate. Der Minendienst nahm das Kriegsrelikt mit. Aus welcher Zeit sie stammt, ließ der Zustand nicht erkennen.  |  NOEN, privat
„Wenn ich darüber nachdenke, wird mir anders“, erzählt Rainer Gschlad. Vergangene Woche war er gerade dabei, sein Feld in der Nähe des Senninger Lagers zu fräsen, als er plötzlich ein Geräusch vernahm. „Ich dachte mir zuerst, es war vielleicht ein Stein“, so der Oberolberndorfer.

„Die Granate sah aus wie eine Flasche und war
sehr schwer. Ich wusste ja nicht, ob sie scharf ist.“
Rainer Gschlad

Bei genauerem Hinsehen entpuppte sich der Gegenstand, der die Maschine gestört hatte, jedoch als eine Granate. „Sie sah aus wie eine Flasche und war sehr schwer. Ich wusste ja nicht, ob sie scharf ist“, schildert Gschlad. Gemeinsam mit seinem Vater wandte er sich an Hobbyhistoriker Reinhard Graf, der sofort riet, die Polizei hinzuzuziehen.

Entminungsdienst nahm Granate mit

Auch der Entminungsdienst wurde gerufen, dieser nahm die Granate mit. Das Kriegsrelikt dürfte offenbar nicht scharf gewesen sein, trotzdem ist sich Gschlad der Gefahr der Situation bewusst: „Man rechnet nicht damit, eine Granate zu finden. Sie hätte auch losgehen können“, weiß er.

Es lässt sich nur mutmaßen, woher die Granate stammt. „Das Gebiet, in dem das Feld liegt, wurde im Zweiten Weltkrieg beschossen. Sie muss aus dieser Zeit stammen“, glaubt Gschlad. Genauere Rückschlüsse ließ der Zustand des rund 30 Zentimeter großen Geschosses jedoch nicht zu: „Dafür war die Granate zu verkrustet. Es könnte sich auch um einen Blindgänger handeln“, analysiert Graf das Fundstück.