Gerasdorf bei Wien

Erstellt am 28. Juli 2016, 05:00

von Alexandra Frantz

Gefährdete Ziesel artgerecht füttern. Der Badeteich in Gerasdorf bietet optimale Bedingungen für die kleinen Hörnchen. Das Grüne Forum Gerasdorf setzt sich im Gemeinderat für den Schutz der Tiere ein.

 |  Shutterstock/ Martin Viazanko

Heute stehen die Ziesel auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Der Lebensraum ist knapp geworden.

Das rattengroße Nagetier lässt sich jetzt im Sommer besonders gut am Badeteich in Gerasdorf beobachten. Hier sind die Tiere so an Menschen gewöhnt, dass sie sich sogar füttern lassen. „Durch das regelmäßige Mähen, um den Badegästen ansprechende Liegewiesen bieten zu können, bildet sich eine Steppenlandschaft, die Ziesel anlockt“, erklärt Gemeinderat Paul Vogler vom Grünen Forum Gerasdorf gegenüber der NÖN.

Das Europäische Ziesel gehört zur Familie der Hörnchen. Der Boden muss tiefgründig und gut entwässert sein, denn Ziesel leben in selbst gegrabenen Erdbauten. Entsprechend dem kargen Charakter einer Steppe besteht ihre Nahrung vor allem aus Samen, daneben frisst es auch Wurzelwerk, Zwiebel, Knollen, Gräser, Kräuter, aber auch Insekten und wirbellose Tiere.

„Durch das regelmäßige Mähen bildet sich eine Steppenlandschaft, die die Ziesel anlockt.“

Paul Vogler, Grünes Forum

Die putzigen Tiere werden jedoch oft mit falschem Futter gelockt. „Gerade fette Nüsse und Schokolade sind für das Verdauungssystem der Ziesel sehr schädlich, da es an harte, wasserarme und nährstoffarme Nahrung angepasst ist“, mahnt Vogler die Bevölkerung. „Wenn die Badegäste zur Beobachtung Ziesel füttern wollen, sollen Sonnenblumenkerne oder kleine Apfel- und Karottenstückchen die erste Wahl sein“, sagt Vogler weiter.

Rund 100 Ziesel beim Badeteich

Aktuell wird der Bestand, der den Gerasdorfer Badeteich bevölkert, auf rund 100 Ziesel geschätzt. Eine Zahl, die es weiter zu erhalten gilt. „Wie in jeder Kulturlandschaft versuchen Menschen und Tiere, die Landschaft gemeinsam zu nutzen. Die Ziesel am Badeteich bieten speziell Kindern einen intensiven Zugang zur Natur und stellen eine Bereicherung dar“, ruft auch Christian Koza vom Grünen Forum die Bevölkerung zu Achtsamkeit bei der Fütterung auf.

Das Grüne Forum möchte sich auch im Gemeinderat für weitere Maßnahmen einsetzen. So ist eine entsprechende Aufklärung durch Informationstafeln am Badeteichgelände geplant. Außerdem stellt für beide Mandatare der Verkauf von geeignetem Futter eine zweite Möglichkeit dar, um die gefährdeten Tiere zu schützen.