Gerasdorf bei Wien

Erstellt am 14. Juni 2017, 05:00

von Alexandra Frantz

Projekt 2040: Weniger Autos sind der Schlüssel. Die Stadt fordert die Bürger zur Mitgestaltung auf. Gerasdorf soll damit lebenswerter werden.

SP-Stadtrat Robert Bachinger hat einiges vor. So soll der starke Verkehr in manchen Ortsteilen eingedämmt werden.  |  Stadtgemeinde

Ab 16. Juni werden in der Stadt fünf Ideenbücher die Runde machen. Diese sollen es den Bürgern ermöglichen, alles mitzuteilen, was sie schon immer über die Stadtgemeinde erzählen wollten: Was würden sie verbessern? Was gefällt ihnen gut? Wie soll die Stadt in 20 Jahren aussehen? Was mögen sie an Gerasdorf besonders? Damit soll ein Beitrag zum Stadtentwicklungsprozess „Gerasdorf 2040“ geleistet und eine aktive Teilnahme an der Gestaltung ermöglicht werden.

Die NÖN hakte dazu bei den Parteien nach und erhielt interessante Antworten. Für SP-Stadtrat Robert Bachinger, der bei diesem Projekt federführend ist, ist klar: „Der starke Verkehr in manchen Ortsteilen stört mich sehr. Hier müssen wir mit den Landesverantwortlichen und mit Wien weitere Gespräche führen.“ Für ihn steht aber auch leistbares Wohnen für Jugend und Familien auf der To-do-Liste. Die Bürger möchte er zu konstruktiven Vorschlägen motivieren: „Wir haben immer ein offenes Ohr.“

„Wir wollen eine geordnete Weiterentwicklung von Gerasdorf in den nächsten Jahren sicherstellen.“Robert Bachinger, SPÖ

VP-Vizebürgermeister Lukas Mandl sieht unter anderem bei den zukünftigen Widmungen Handlungsbedarf: „Wir haben aus rechtlichen Gründen kaum Spielraum für neue Widmungen, weil wir viel zu viele Baulandreserven haben. Bei zukünftigen Widmungen muss Bauzwang herrschen, sonst hat die nächste Generation dasselbe Problem wie die heutige“, kritisiert er.

Für den VP-Mandatar ist klar, dass auch die Infrastruktur mitwachsen muss. „Die Verkehrskonzepte müssen überall von Anfang an umgesetzt werden“, fordert er und sagt weiter: „Wir brauchen eine deutlichere Trennung von Siedlungen und Gewerbegebieten.“ Er ortet den Fehler in der Vergangenheit: „Das Problem war früher, dass sich einige wenige ausgemacht haben, wie die Raumordnung in Gerasdorf funktioniert.“

Ruf: "2040 über 18.000 Einwohner"

Für die FPÖ rund um Stadtrat Dietmar Ruf, ist das Projekt eine Weichenstellung. „Gerasdorf wird im Jahr 2040 über 18.000 Einwohner oder mehr verfügen, daher ist das jetzt so wichtig“, gibt Ruf zu bedenken.

Die FPÖ setzt sich gegen die vorherrschende Parkplatznot ein und spricht sich für einen Hauptplatz mit Begegnungszone aus. „Das derzeitige ,Zentrum‘ bzw. der ,Ort des Zusammentreffens‘ ist die Ströck-Filiale, das ist einer Kleinstadt einfach unwürdig. Egal, mit wem man über die gewünschte Entwicklung Gerasdorfs spricht, ein Stadtzentrum wird immer als Erstes genannt und ist daher der Wunsch Nummer eins der Einwohner Gerasdorfs.“

"Grünoasen erhalten"

Für die Grünen-Gemeinderäte Christian Koza und Paul Vogler steht fest: „Besonders lebenswert macht Gerasdorf der hohe Grünlandanteil, der zu Spaziergängen und Radfahrten einlädt. Diese Grünoase gilt es auch in Zukunft zu erhalten und speziell den Grüngürtel entlang des Marchfeldkanals auszubauen.“

Die Ideenbücher werden an verschiedenen Orten in der Gemeinde aufliegen. Der jeweils aktuelle Standort der Bücher kann auf der parallel startenden Internetplattform www.gerasdorf2040.at abgefragt werden.

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