Erstellt am 18. November 2015, 05:03

von Veronika Löwenstein

„Habe gespürt, man will mich nicht mehr“. Karoline Winkler tritt als Obfrau der Kinderfreunde ab. Als Grund nennt sie Bezirksvorsitzenden Martin Peterl. Der wehrt sich.

Karoline Winkler war vier Jahre Kinderfreunde-Obfrau. Jetzt wirft sie das Handtuch.  |  NOEN, Löwenstein

„Die Kinderfreunde sind für mich eine Herzensangelegenheit“, sagt Obfrau Karoline Winkler. Trotzdem hat die frühere SP-Gemeinderätin ihr Amt mit sofortiger Wirkung abgegeben. „Nach der Gemeinderatsgeschichte gab man mir zu spüren, dass man mich nicht mehr wollte.“ Auch hätte sie in den letzten Jahren keine Unterstützung mehr erhalten, vor allem der Bezirksvorsitzende der Kinderfreunde Martin Peterl hätte sich für die Belange der Korneuburger Gruppe nicht interessiert, so Winklers Vorwurf.

Zur Erinnerung: Winkler kandidierte bei der letzten Gemeinderatswahl auf dem sechsten Platz, blieb im neuen Team mit Stadtparteiobmann Hannes Minatti und Fraktionsobmann Martin Peterl aber unberücksichtigt. „Ich wurde nicht einmal gefragt, ob ich mitmachen will“, ärgert sich Winkler noch heute. Danach hätte es nie wieder Kontakt gegeben, man hätte sie aber wissen lassen, dass man ihren Rücktritt wünsche.

„Ich habe den Rücktritt als Obfrau wirklich lange 
überlegt. Aber Peterl kann mit mir nicht und
ich kann auch nicht mit ihm.“
Karoline Winkler

„Ich habe wirklich lange überlegt. Aber Peterl kann mit mir nicht und ich kann auch nicht mit ihm“, bringt sie die Situation auf den Punkt. Sie habe nicht sofort nach der Wahl die Konsequenz gezogen, weil noch viel zu erledigen war, wie sie aufzählt.

Das neue Schuljahr musste vorbereitet und ein neuer Vertrag erarbeitet werden. Der Hort der Kinderfreunde, der nach der Einführung der Schulischen Tagesbetreuung schon kurz vor dem Zusperren stand, hat jetzt wieder eine zweite Gruppe, aktuell besuchen 47 Kinder den Hort. „Und nächstes Jahr kommt vielleicht eine dritte Gruppe“, freut sich Winkler.

Im Kampf um die Erhaltung des Hortes hätte sie zwar Hilfe vom Landesvorsitzenden bekommen, nicht aber vom Bezirksvorsitzenden Peterl. „Als wir aus dem Schulgebäude geflogen sind, gab es null Unterstützung“, kritisiert sie. Kein gutes Haar lässt sie in diesem Zusammenhang auch an Alt-Bürgermeister Wolfgang Peterl (SPÖ): „Wir haben um die Räumlichkeiten in der Schule gekämpft. Wenn Peterl als Bürgermeister einen gescheiten Vertrag gemacht hätte, hätten wir nicht raus müssen.“

Peterl: "Kann Kritik nicht nachvollziehen"

Martin Peterl will sich auf NÖN-Anfrage nicht näher zu den Anschuldigungen äußern und spricht von „Kindereien“. Offiziell wurde er über den Rücktritt auch nicht informiert, gibt er zu denken. Auch kann er die Kritik nicht nachvollziehen, er hätte sich nicht um den Korneuburger Kinderfreundehort gekümmert. „Der Hort wird seit einiger Zeit von Kidspoint geführt, die wickeln den gesamten Betrieb ab. Die Kinderfreunde machen nur die Werbung.“ Jedenfalls wäre er jederzeit zu einem Gespräch bereit gewesen. „Ich habe die Kommunikation vermisst“, bedauert er.

Schützenhilfe bekommt Peterl von Sandra Rauecker-Grillitisch, ehemalige SP-Gemeinderätin und Vorstandsmitglied der Kinderfreunde. „Er ist wirklich sehr engagiert“, lobt sie Peterl. Sie habe aber seit Jahren Versammlungen bei den Kinderfreunden vermisst. Ihr Wunsch: „Es sollte nicht um die Befindlichkeiten von Einzelpersonen gehen, sondern um die Kinder und gute Betreuungsmöglichkeiten.“

Peterl will jetzt in den nächsten Tagen bzw. Wochen ein neues Team auf die Beine stellen und eine neue Führung wählen lassen. „Wir haben ein hoch motiviertes Team“, betont er.