Erstellt am 25. November 2015, 05:38

von Michaela Höberth

Vermisst: Von Katzen fehlt jede Spur. Sorge um Samtpfoten | Rund 30 Katzen sind im Laufe des Jahres verschwunden. Tierärztin appelliert: „Muss jeden Fall melden!“

 |  NOEN, Symbolbild

„Das kann kein Zufall sein“, ist sich Tierärztin Christina Haas sicher. Im Laufe des Jahres sind in der Gemeinde an die 30 Katzen verschwunden. „Die vermissten Tiere stammen alle aus derselben Region“, weiß Haas von Tierbesitzern, die ihre Praxis besuchen. Auch die Veterinärin selbst vermisst drei ihrer Tiere, die sie liebevoll von Hand aufgezogen hat. „Es war ein Schock für uns. Unsere Katzen waren sehr an uns gebunden“, erzählt sie.

Haas hat sich durch ihre Nachbarschaft gefragt, aber von den Katzen fehlt jede Spur. „Überfahren wurden sie jedenfalls nicht“, hat sie sich im Ort umgesehen. Die Polizei und die Jägerschaft konnten ebenso wenig weiterhelfen. Auch gegenüber der NÖN hatten sie keine Neuigkeiten. „Wir haben keine Kadaver gefunden und es wurde auch kein Tier von uns Jägern erschossen“, bestätigt Jagdaufseher Leopold Schmidt. Bei der Polizei wurden keine Fälle gemeldet.

„Mir sind bisher noch keine Lieferwägen aufgefallen.
Ich sage aber allen meinen Patienten, dass sie die
Augen offen halten sollen.“ Christina Haas, Tierärztin

Derweilen werden die Sorgen der Katzenbesitzer immer größer: Es gibt das Gerücht, dass sich Tierfänger in der Gegend herumtreiben. „Ich habe vor einigen Jahren die Information erhalten, dass Kastenwagen in Wohngebieten abgestellt werden, in denen eine Bodenklappe installiert ist. Im Innenraum ist ein Lockstoff. Das Tier klettert durch die Öffnung ins Wageninnere, kann aber nicht mehr zurück“, so Irene Göschl, die sich in der Sache an die NÖN gewandt hat.

Auch Tierärztin Haas hat von diesem Vorgehen gehört, ihr selbst wäre jedoch noch nichts aufgefallen. „Ich sage aber trotzdem allen meinen Patienten, dass sie die Augen offen halten sollen“, will sie die Bewohner für das Thema sensibilisieren. Zudem machen immer wieder Geschichten die Runde, dass die Tiere gefangen und in die Nachbarländer gebracht werden, um ihr Fell zu verkaufen. Umso wichtiger ist es, sich an die Polizei zu wenden. „Man sollte jeden Fall melden“, appelliert Haas an alle Tierbesitzer.

Sie weiß, dass das Verschwinden von Katzen oft nicht gemeldet wird. Und auch, wenn man Freigänger nicht einsperren kann, sollten die Besitzer derzeit ein besonderes Auge auf ihr Tier haben.
Nur vor wenigen Monaten kam es zu ähnlichen Vorfällen in Sierndorf (die NÖN berichtete). Dort sind mittlerweile aber keine Katzen mehr verschwunden: „Nach der Urlaubszeit hat sich das wieder beruhigt“, so die dort ansässige Tierärztin Christine Plattner.