Erstellt am 23. März 2016, 05:04

von Veronika Löwenstein

Hat die Fahrradstraße noch eine Zukunft?. Baustadtrat bemängelt, dass sich Autofahrer nicht an die neue Verkehrsordnung halten. Nach Abmahnung wird gestraft.

Stopp! Die Fahrradstraße ist den Fahrradfahrern vorbehalten, signalisiert Stadtrat Hubert Holzer.  |  NOEN, Löwenstein

Lange will VP-Baustadtrat Hubert Holzer nicht mehr zuschauen. Alleine beim NÖN-Lokalaugenschein missachteten fünf Pkw-Lenker die Verkehrsordnung. Seit letztem Jahr ist auf Abschnitten entlang der Donau eine Fahrradstraße verordnet. Die erlaubt Pkws nur das Zu- und Abfahren, nicht aber das Durchfahren. Ausgenommen sind Einsatzfahrzeuge, die Müllabfuhr und öffentliche Busse. Vom Tanklager Moll bis zu Raststation Donaublick und weiter bis zum Motorbootclub Marco Danubia ist die neue Maßnahme in Kraft.

Holzer: "Bin sehr pessimistisch"

Dass die Fahrradstraßen den Radfahren vorbehalten sind, dürfte sich bis zu den Autofahrern noch nicht durchgesprochen haben. Bei Holzer macht sich mittlerweile Ernüchterung breit: „Ich bin sehr pessimistisch, den gewünschten Effekt zu erreichen.“ Dabei hätten die Radfahrer noch nicht einmal Hochsaison.

Beim Lokalaugenschein zeigt sich das Problem: Ein Auto fährt in die Fahrradstraße ein und muss zuerst nach links, dann nach rechts einem Radfahrer ausweichen. Für Holzer ein absolutes „Horrorszenario“, vor allem, wenn er an die Radfrequenz im Sommer denkt.

Noch will er die Flinte nicht ganz ins Korn werfen. Mit der Bezirkshauptmannschaft hat er vereinbart, sich die Situation noch bis Ende April anzuschauen. In der Zwischenzeit soll die Polizei Erziehungsarbeit leisten. „Die Exekutive wird verstärkt hier sein. In der ersten Phase wird abgemahnt, dann aber rigoros gestraft“, kündigt Holzer an. Fruchten die Maßnahmen nicht, werde die Fahrradstraße durch ein allgemeines Fahrverbot ersetzt.