Erstellt am 06. Januar 2016, 05:33

von Veronika Löwenstein

Hat Stadtmusik Zukunft?. Nach der geplanten Ablöse des Kapellmeisters kam es zum Eklat im Rahmen der Generalversammlung. Fast der gesamte Gründungsvorstand samt Obmann ist zurückgetreten.

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Droht der jungen Stadtmusik schon wieder das Aus? Jedenfalls kriselt es in dem 2014 im Rahmen der Stadterneuerung gegründeten Klangkörper gewaltig. Die Misstöne sind aber nicht musikalischer, sondern personeller Natur. Nach einem Eklat in der Generalversammlung ist der Vorstand mit einer Ausnahme geschlossen zurückgetreten. Auch Obmann Konrad Bauer nahm den Hut. „Ich steige aus“, bestätigte er im NÖN-Gespräch.

Stein des Anstoßes war die geplante Ablöse von Kapellmeister Erich Steinkogler. Sowohl in musikalischen als auch in finanziellen Fragen sei man sich uneinig gewesen, berichtet Bauer. „Er erhielt als einziges Vorstandsmitglied eine Aufwandsentschädigung, die übrigen Vorstandsmitglieder stellten sich ehrenamtlich zur Verfügung“, führt der Noch-Obmann aus. Der Basissponsor der Stadtmusik, die Stadtgemeinde Korneuburg, sei hinter der Entscheidung gestanden, betont er.

Einen neuen Kapellmeister hätte man jedenfalls schon im Talon gehabt. Als Lehrer an der Musikschule Korneuburg hätte er die Tür zur Jugend öffnen sollen, so Bauers Wunsch. „Eine Minderheit an Musikern wollte das nicht akzeptieren. Die vereinsschädigenden Aktionen gipfelten im Stören einer Probe, der einberufenen Generalversammlung und im Boykottieren von fixierten Auftritten beim Korneuburger Advent“, schildert er. Bei der Generalversammlung kurz vor Weihnachten kam es zum endgültigen Eklat samt Vorstand-Rücktritt.

„Es wäre schade um dieses tolle Projekt"

„Das Ganze ist mir persönlich nahe gegangen“, bedauert Bauer die Entwicklung. Er hätte viel Energie und Zeit in die Gründung der Stadtmusik investiert, „und es ist wirklich gut gelaufen.“ Ganz ähnlich sieht das VP-Kulturstadtrat Andreas Minnich. Immerhin kam der Wunsch nach einer eigenen Stadtkapelle von der Stadtgemeinde. „Es wäre schade um das tolle Projekt, das so gut gestartet ist“, hofft Minnich nach wie vor auf ein gütliches Ende.

Ob und wie es weitergeht, wird sich bei der nächsten Generalversammlung am 7. Jänner entscheiden. „Wichtig ist, zu schauen, welche Ideen es für den weiteren Bestand gibt“, sagt der Stadtrat, der einen Weg zum Weiterbestand der Kapelle finden möchte. Kapellmeister Erich Steinkogler möchte sich erst nach der Versammlung zu der Causa äußern, „nämlich dann, wenn Fakten auf dem Tisch liegen“, wie er betont.