Hausleiten

Erstellt am 05. Juli 2017, 05:01

von Bernhard U. Wieser

Betreutes Wohnen ist Fall für Gericht. Es ist das beherrschende Thema in Hausleiten: Schon lange sucht die Gemeinde einen Standort für das Projekt „Betreutes Wohnen“.

Auf diesem Grundstück will die Gemeinde das Betreute Wohnen errichten. Links ist das Haus von Hannes Vogl zu sehen.  |  Wieser

Wie die NÖN berichtete, entschloss man sich, die 24 Wohneinheiten für ältere Menschen am Hauptplatz zu errichten.

Doch die Idee stieß nicht bei allen Bürgern auf Zustimmung: Die unmittelbaren Nachbarn Hannes Vogl, Leopold Franzel und Sabine Redl bekämpfen seit vielen Jahren die Ansiedlung mit juristischer Unterstützung von Rechtsanwalt Hubert Traudtner. Da in der Gemeinde die Stimmung negativ ausschlagen würde, melden sich nun die Betroffenen zu Wort.

„Wir sind nicht gegen das Projekt, wir sind auch keine Streithansln, aber was da passiert, ist einfach nicht in Ordnung“, kritisiert Vogl. Traudtner schildert den juristischen Sachverhalt: „Mit der Umwidmung von Agrar- auf Bauland-Kerngebiet entstand eine Inselwidmung, die laut Rechtssprechung des Verfassungsgerichtshofs unzulässig ist.“

Anzböck: "Traurig, dass blockiert wird"

Zudem erinnert Vogl, dass er als Bauer auf seinem Agrar-Grundstück den üblichen „landwirtschaftlichen Lärm“ machen dürfe. „Da ist Ärger vorprogrammiert, wenn die Bewohner direkt nebenan ihre wohlverdiente Ruhe haben wollen“, so Vogl.

VP-Bürgermeister Josef Anzböck äußert erneut seinen Unmut darüber, dass der Baustart noch nicht erfolgen konnte: „Mir ist es wichtig, dass die älteren Mitbürger einen Platz im Ortszentrum bekommen, um ihren Lebensabend zu verbringen. Traurig, dass das blockiert wird.“ Die Anrainer beauftragten den Landesverwaltungsgerichtshof mit dem Thema. Ziel ist es, die Umwidmung auf Bauland-Kerngebiet rückgängig zu machen. Beide Seiten, Gemeinde und Anrainer, sind optimistisch, Recht zu erhalten.

Alle Argumente und Hintergründe lest ihr in der aktuellen Ausgabe der Korneuburger NÖN sowie im ePaper!