Erstellt am 30. April 2016, 05:04

Hilfe für Flüchtlinge beginnt zu greifen. Freiwillige suchen Kontakt zu Asylwerbern und gestalten Alltag mit Kinderbetreuung und Nähmaschinen.

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Mitte März wurde die Vollbelegung des ehemaligen Bezirksgerichts mit 152 Flüchtlingen erreicht. Seither hat sich eine aktive Szene an Freiwilligen entwickelt, die versucht, den Flüchtlingen in Stockerau ein angenehmes Leben zu gestalten.Von den Freiwilligen wurden nicht nur Gewand, Spielzeug, Fahrräder oder Scooter zusammengetragen, sondern auch Aktivitäten gesetzt.

Da einige der gespendeten Fahrräder den einen oder anderen Mangel hatten, veranstalteten Grünen-Gemeinderat Didi Pfeiler und Georg Schneider zuletzt einen Fahrrad-Reparatur-Workshop. „Gemeinsam mit den Flüchtlingen wurde drei Stunden geölt, geschmiert und Ketten geflickt“, berichtet Pfeiler, der danach von den Flüchtlingen überrascht wurde: „Plötzlich stand eine große Platte mit Essen, Trinken und Tee für unsere Stärkung parat.“

„Da zahlreiche Kinder keinen Kindergartenplatz
bekommen haben, kümmern sich
Freiwillige um die Kinderbetreuung.“
Didi Pfeiler, Gemeinderat

Daneben wurden auch einige Nähmaschine organisiert. Pfeiler: „Meine Schwägerin Helga Zimm hat gemeinsam mit zahlreichen Frauen Stoffe eingekauft, damit die Nähmaschinen Nachschub haben.“ Einer Friseurin, welche die Kriegswirren ebenso in das Bezirksgericht gebracht haben, wurde eine Basisausstattung an Friseurwerkzeug zusammengestoppelt. „Die Freude in ihrem Gesicht war riesig“, nennt Pfeiler ein weiteres Beispiel, wie die Unterstützung der Stockerauer für die Flüchtlinge funktioniert.

Dabei kann er sich aber auch einen Seitenhieb auf die SPÖ und Bürgermeister Helmut Laab nicht verkneifen: „Da zahlreiche Kinder, anders als von Laab behauptet, keinen Kindergartenplatz bekommen haben, kümmert sich meine Gattin, eine ausgebildete Kleinkindpädagogin, mehrmals vormittags mit anderen Freiwilligen um die Kinderbetreuung.“

Grüne äußern Kritik an Vorgehen der Stadtregierung

Die Vermittlung von Werten und Regeln passiert aber auch mit Hilfe von Vereinen. Bei einem Anfang April organisierten Kennenlern-Treffen zwischen den Asylwerbern und den Vereinen entstanden erste Kontakte. Seither zeigen einige Kinder ihr Talent im Nachwuchsfußball und beim Judo-Club.

Während die Grünen mit dem Einsatz der Zivilgesellschaft zufrieden sind, gibt es Kritik am Vorgehen der Stadtregierung „Es gibt einen Gemeinderatsbeschluss bezüglich der Informationspolitik in der Flüchtlingsfrage. Die letzte Info an die Mitglieder des Gemeinderats stammt vom 19. Februar“, ärgert sich Pfeiler.