Erstellt am 06. Mai 2016, 05:04

von Veronika Löwenstein

Historischer Fund: Stadtmauer wurde freigelegt. Im Zuge von Bauarbeiten wurden Teile der früheren Stadtbefestigung gefunden. Der Zustand der Relikte ist leider schlecht.

Reste der Stadtmauer Ecke Schaumannstraße/Wiener Ring.  |  NOEN, Luh

Viele Korneuburger rückten letzte Woche mit ihren Fotoapparaten zum Grundstück Ecke Schaumannstraße/ Wiener Ring aus. Grund waren Reste der Stadtmauer, die dort im Rahmen von Bauarbeiten gefunden worden waren. Und viele stellten sich die Frage: Was passiert jetzt mit dem historischen Zeugnis? Schließlich soll das Grundstück nach dem Abriss des bestehenden Gebäudes neu verbaut werden.

Tatsache ist, dass bereits im Vorfeld archäologische Untersuchungen in Form von Sondagen durchgeführt wurden, wie Bernhard Hebert, Abteilungsleiter für Archäologie des Bundesdenkmalamtes, gegenüber der NÖN bestätigt.

Dabei und bei der anschließenden archäologischen Begleitung der Abbrucharbeiten wurden unter anderem Teile der Stadtmauer und des im 19. Jahrhundert verfüllten Stadtgrabens freigelegt. „Die Stadtmauer ist nur mehr im Fundamentbereich vorhanden und durch frühere Baumaßnahmen in ihrer Erhaltung stark beeinträchtigt“, beschreibt der Experte den Zustand des historischen Fundes, der den Archäologen neue Erkenntnisse bringt.

„Eine Erhaltung ist nicht anzustreben“

„Die Untersuchungen bestätigen den bislang vermuteten Verlauf der Stadtmauer und geben neue Aufschlüsse zu Struktur und Aufbau der Stadtbefestigung von Korneuburg, die vor 1231 errichtet und ab dem 19. Jahrhundert in großen Teilen abgebrochen wurde“, fasst Hebert zusammen.

Die Bauarbeiten werden durch die Relikte nicht beeinträchtig. Eine dauerhafte Bewahrung der Reste sei aufgrund der schlechten Erhaltung nicht anzustreben. „Die bereits stark geschädigte Substanz besitzt auch keine derartige Bedeutung, dass ein öffentliches Interesse an ihrer dauerhaften Erhaltung im Sinne des Denkmalschutzgesetzes gerechtfertigt wäre“, führt der Denkmalschützer aus.

VP-Bürgermeister Christian Gepp kennt die Situation von Bauarbeiten in der Salzstraße, wo man ebenfalls auf Reste der Stadtmauer gestoßen war. Auch damals wurden die Relikte fotografiert und dokumentiert. „Dann kam eine Folie drüber und es wurde zugeschüttet“, erinnert sich Gepp.