Erstellt am 13. Januar 2016, 05:03

von Markus Glück

Hunde leiden unter Streusalz-Einsatz. Stockerauer Hundebesitzerin ruft Petition für umwelt- und tierfreundlichen Einsatz von Streumitteln ins Leben.

Wird Salz auf den Gehsteigen gestreut, leiden vor allem die Vierbeiner darunter.  |  NOEN, basel101658/shutterstock

Während sich Kinder über den ersten Schnee in der Lenaustadt gefreut haben, steigen die Hundebesitzer auf die Barrikaden.

Grund dafür ist das Streusalz, welches vielerorts eingesetzt wurde, und eigentlich verboten ist. „Viele Straßen und Gassen in Stockerau waren schon vor Tagen schneeweiß, aber nicht wegen der Himmelspracht, sondern von tonnenweise gestreutem Salz auf den Gehsteigen“, ärgert sich eine Hundebesitzerin, die eine Online-Petition für den Einsatz von umwelt- und tierfreundlichen Streumitteln ins Leben rief.

Auch auf Facebook berichteten Hundebesitzer, wie ihre Vierbeiner unter dem Salz leiden. „Mein Hund weiß gar nicht, mit welcher Pfote, er zuerst auftreten soll. Das Salz verursacht immense Schmerzen an den Pfoten“, klagt ein Stockerauer gegenüber der NÖN.

„Es gibt eine gesetzliche Grundlage. Die Exekution 
ist aber ähnlich schwierig wie bei den 30er-Zonen.“
Helmut Laab, SP-Bürgermeister

Seit dem Jahr 1982 verbietet eine Verordnung des Gemeinderats, die nur der Stadtchef aufheben kann, eigentlich den Einsatz von Streusalz. NÖN-Leser wunderten sich, dass die Verordnung nicht mehr auf der Stadthomepage zu finden ist. „Besteht diese überhaupt noch?,“ so ein Stockerauer. Auf NÖN-Anfrage wurde die Gültigkeit bestätigt, warum diese nicht auf der Homepage ist, konnte aber nicht beantwortet werden.

Im Jahr 2015 legten die Stockerauer Grünen schließlich eine überarbeitete Umweltschutzverordnung vor, die auch eine detaillierte Ausarbeitung zur Verwendung von chlorid-haltigen Auftaumitteln enthielt. „Leider wurde diese nicht angenommen“, so Grünen-Umweltgemeinderat Andreas Straka.

Die bestehende Verordnung sieht eine Bestrafung bei der Streuung von Salz vor, die Umsetzung ist aber schwierig, wie SP-Bürgermeister Helmut Laab betont: „Es gibt eine gesetzliche Grundlage. Die Exekution ist aber ähnlich schwierig wie bei den 30er-Zonen.“

Auch wenn er es nicht gut heißt, versteht der Stadtchef aber die Sorgen der Hausbesitzer. „Viele haben Angst, verklagt zu werden, wenn jemand auf ihrem Gehsteigbereich ausrutscht. Jeder klagt ja mittlerweile auf Schmerzensgeld“, ist es für Laab dennoch keine Entschuldigung, die Verordnung zu missachten.

Auch beim Bauhof häufen sich die Beschwerden, dass zu viel Salz gestreut wird. „Wir verwenden kein Salz, sondern ein Mittel auf Basis von Harnstoff“, erklärt Bauhof-Mitarbeiter Wolfgang Eder.