Erstellt am 20. Januar 2016, 05:13

von Markus Glück

Immer mehr wollen eine eigene Waffe. Waffenbesitzkarten-Anträge stiegen seit dem Jahr 2014 um das Dreifache. Nachfrage nach Pfeffersprays enorm.

 |  NOEN, Matthias G. Ziegler / shutterstock.com

Horrormeldungen in Boulevardmedien, die Angst vor dem Unbekannten und zuletzt die Silvesternacht von Köln haben auch im Bezirk bei der Bevölkerung das Unbehagen gesteigert. Seit vergangenem Jahr ist die Zahl an Waffenbesitzkarten und Waffen, für die man keinen Waffenschein benötigt, etwa Pfeffersprays, stark gestiegen.

Vonseiten der Bezirkshauptmannschaft Korneuburg bestätigt man einen Anstieg um mehr als das Dreifache seit dem Jahr 2014. Betrug 2014 die Anzahl der Anträge auf Waffenbesitzkarten noch 73, verzeichnete die Bezirkshauptmannschaft im abgelaufenen Jahr 265 Anträge für eine Waffe. Gar andere Zahlen hat das Innenministerium. Dort spricht man gar von 537 neuen Waffenpässe. (2014: 147). „Worauf die Steigerung zurückzuführen ist, ist schwer zu sagen. Allerdings geben die meisten als Grund ,Eigenschutz‘ an“, bestätigt Bezirkshauptmann Waltraud Müllner-Toifl.

„Wir merken, dass vermehrt Frauen
Interesse am Kauf eines Pfeffersprays zeigen.“
Erwin Weinrichter, Inhaber eines Jagdgeschäfts

Eine erhöhte Nachfrage stellt auch Erwin Weinrichter vom gleichnamigen Jagdgeschäft in Stockerau fest: „In Wien ist der Anstieg dramatisch, in unserem Gebiet merken wir, dass vermehrt Frauen Interesse am Kauf eines Pfeffersprays zeigen.“ Bei der Polizei rät Pressesprecher Markus Haindl: „Bevor jemand zur Waffe greift, lieber zum Hörer greifen und die Polizei anrufen.“

Während Taekwondo Kumgang Stockerau für einen Selbstverteidigungskurs im Februar wirbt, kann man beim Judo Club Stockerau laut Markus Betz kein vermehrtes Interesse aufgrund eines sinkenden Sicherheitsgefühls feststellen.