Erstellt am 10. Februar 2016, 14:03

von Markus Glück

Initiator zieht Schlussstrich. Bäder-Gipfel brachte Ergebnisse, mit denen Verantwortliche aber nicht zufrieden sind. Mit-Initiator Martin Keiml warf daraufhin das Handtuch.

Schulklassen werden das Hallenbad ab September erst ab 9 Uhr nutzen.  |  NOEN, Glück
Unterschiedliche Interessen führten in der Vergangenheit immer wieder zu Diskussionen zwischen den Nutzern des Stockerauer Schwimmbades. Das Aufeinanderprallen zwischen Sportschwimmern und Erholungsgästen rief vor wenigen Monaten die Facebook-Initiative „Schwimmen in Stockerau“ ins Leben. Bei mehreren Treffen zwischen Initiator und Schwimmlehrer Martin Keiml, Bad-Verantwortlichem Günter Lehner und FP-Sport-Stadtrat Erwin Kube wurden Lösungen erarbeitet. Erste Änderungen wurden bereits
Anfang Jänner beschlossen.

So kann man Bahnen per Internet reservieren, und ab September sollen Schulklasse das Bad erst ab 9 Uhr nutzen können. Die Veröffentlichung der Ergebnisse in der Gruppe führte in der Folge zu heftigen Diskussionen, bei denen am Ende Initiator Keiml das Handtuch warf. Gegenüber der NÖN erklärt er zudem, das Hallenbad zukünftig nicht mehr zu nutzen: „Es gab den Vorwurf an mich, die Infrastruktur des Bades auszunutzen, um mich persönlich zu bereichern.

Keiml: "Werde Bad nicht mehr nutzen"

Das habe ich mit der Aufstellung der Gelder, die ich letztes Jahr bezahlt habe, und den Kunden, die ich gebracht habe, widerlegt.“ Grund für den Ärger ist laut Keiml aber auch die Tatsache, dass ab September nur mehr eine vermietbare Bahn zu sehr eingeschränkten Zeiten für alle Trainer sowie Schwimm- und Tauchschulen zur Verfügung steht.

„Ich will mich keinen Verdrängungswettbewerb aussetzen und werde keine Kurse mehr im Bad abhalten“, ärgert er sich. Er zieht auch einen persönlichen Schlussstrich unter die Sache: „Ich bin quasi im Bad aufgewachsen und seit acht Jahren als Trainer wöchentlich im Bad. Ich werde es aber nicht mehr nutzen.“

Sport-Stadtrat Kube zeigt sich von der Entwicklung enttäuscht: „Wir haben uns bemüht, Lösungen zu finden, das hat diesen Herren aber scheinbar nicht genügt. Das Bad ist aber kein Leistungs-, sondern ein Erholungszentrum.“ Kube stellt zwar klar, dass nicht jeder Wunsch erfüllbar sei, sollte aber weiter „Redebedarf vorhanden sein“, stehe er jederzeit zur Verfügung, „ich werde mich aber an den Facebook-Diskussionen nicht mehr beteiligen.“