Erstellt am 19. Oktober 2015, 10:02

von Markus Glück

Jahrelange Suche fand glückliches Ende. Die Wirren des Weltkriegs entzweiten ein Liebespaar. Das Stockerauer Fotostudio Henk führte nun beide nach 70 Jahren wieder zusammen.

Fritz Brosch und Trude Burgert schwelgen gemeinsam mit Stockeraus Meisterfotograf Josef Henk in alten Erinnerungen. Foto: privat  |  NOEN, privat
Es klingt nach einer Geschichte, die selbst Hollywood-Drehbuchautoren nicht besser schreiben hätten können: Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges lernte ein deutscher Soldat, Fritz Brosch, ein Mädchen, Trude Burgert, in Karlsberg kennen und lieben. Die Liebe währte aber nur kurz, da der Soldat versetzt wurde und man sich in den Wirren der letzten Kriegstage aus den Augen verlor.

Zur Erinnerung an die Liebe blieb Brosch nur ein Porträt von Trude, fotografiert im Jahr 1943 im Fotostudio Henk in Stockerau, wo das Mädchen bis Anfang 1945 lebte. In all den Jahrzehnten versuchte der Soldat immer wieder, etwas über seine Trude zu erfahren – leider erfolglos, da er nur den Vornamen und das Bild hatte.

Wende bei Suche dank Zeitungsberichten

x  |  NOEN, NÖN
Eine glückliche Wende bekam die Geschichte erst, als man sich im Jahr 2008 direkt an das Fotostudio wandte. „Leider konnten wir damals nicht weiterhelfen, da unser Archiv aus dieser Zeit nicht mehr besteht“, erzählt Josef Henk, Inhaber eines der ältesten Fotostudios in Österreich im Gespräch mit der NÖN.

Brosch gab aber trotz aller Hindernisse nicht auf und suchte mithilfe der NÖN und einer österreichweiten Tageszeitung weiter nach seiner Jugendliebe. Der Durchbruch gelang mit einem Artikel in der Kronen Zeitung im Frühjahr 2015. Der Zufall wollte es, dass genau diesen Artikel der Schwiegersohn der Gesuchten gelesen hat. Auf dem Foto erkannte er das Jugendbildnis seiner Mutter.

Das nicht möglich geglaubte Happy End war damit perfekt, denn nach einigen Telefonaten fand im Beisein der Familie Henk ein Treffen mit den Beiden in Kiedrich im Rheingau, wohin es Trude nach dem Krieg verschlagen hatte, statt.