Erstellt am 30. Mai 2016, 08:58

von Markus Glück

Jugendberatungsstelle JAK!: Vertrauen ist alles. Zahl der Einzelberatungen stieg von 145 auf 214 Beratungen. Insgesamt gab es im Jahr 2015 3.266 direkte Kontakte mit Jugendlichen aus der Stadt.

Das Team von Jak!: Franz Roth, Farah Meitz, Petra Wiedemann und Markus Habenreich kümmern sich um die Sorgen der Jugendlichen in der Lenaustadt.  |  NOEN, privat

Das Jahr 2015 war bei der Jugendberatungsstelle Jak! durch vermehrte Einfälle geprägt. Waren es im Jahr 2014 noch 145 Beratungen, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 214. „Die Entwicklung macht uns stolz, weil es aufzeigt, wie unsere kontinuierliche Beziehungsarbeit immer mehr wirkt und es für viele Jugendliche in Stockerau selbstverständlich geworden ist“, bekundet Franz Roth, fachlicher Leiter der Einrichtung.

Der Hauptzweck der Einrichtung, die im Jahr 2009 eröffnet wurde, ist die Arbeit im öffentlichen Raum. „Wir sprechen von mobiler Jugendarbeit und nicht von Streetwork im herkömmlichen Sinn“, klärt Roth auf. Zielgruppe sind Jugendliche zwischen zwölf und 23 Jahren. Wichtig für die Kontakte zu Jugendlichen sind das Angebot an Freizeitmöglichkeit, wie zuletzt ein Graffiti-Workshop. Roth: „Vertrauen ist alles! Es ist wichtig, dass eine Basis vorhanden ist, wenn die Jugendlichen mit ihren Problemen zu uns kommen.“

Neuralgische Punkte werden aufgesucht

Die klassischen Probleme der Stockerauer Jugendlichen unterscheidet sich dabei nicht vom Rest von Österreich: Schul- und Beziehungsprobleme, die Suche nach einem Arbeitsplatz, aber auch die Auseinandersetzung mit Gericht und Polizei. Das Angebot ist dabei anonym und kostenlos. Zuletzt kam es zu insgesamt 3.266 Kontakten mit Jugendlichen. Den größten Anteil, nämlich knapp 46 Prozent, macht die Gruppe der 14 bis 15-Jährigen aus. Durch geschlechtsspezifische Angebote, etwa dem „Girls-only“-Tag, konnte auch der Anteil der Mädchen auf 42 Prozent (2014: 34 Prozent) erhöht werden.

Die Hauptarbeit des vierköpfigen Teams rund um Franz Roth passiert von zwölf bis 21 Uhr auf den Straßen der Lenaustadt. Neuralgische Punkte wie zahlreiche Spielplätze, der OBI- oder Bad-Parkplatz, der Bahnhof, aber auch der Senningbach oder Körner-Platz werden in dieser Zeit angefahren.

„Die Route ist dabei immer unterschiedlich. Wichtig ist uns, dass wir dort mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen und Vertrauen aufgebaut wird“, so Roth.

Jeden Dienstag Chance auf persönliche Beratung

Man kann die Sozialarbeiter aber auch direkt antreffen: Jeden Dienstag gibt es dazu von 17 bis 19 Uhr die Möglichkeit im JAK!-Stützpunkt in der Klesheimstraße 1/2. Durch die Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum JUSTO werden auch Jugendliche erreicht, die im öffentlichen Raum sonst nicht angetroffen werden würden.