Erstellt am 29. Mai 2016, 05:04

von Michaela Höberth

„Kann die Bewohner nicht überfahren“. Vier Stockbahnen sollen neben dem Feuerwehrhaus entstehen. Anrainer fürchten den Lärm und sammelten Unterschriften.

 |  NOEN, Kevin Kada
Nach eineinhalb Jahren der Suche ist der Union Stock Club endlich an seinem Ziel angelangt: Man hat ein Areal für vier neue Bahnen gefunden, gleich am Ortsende neben dem Feuerwehrhaus.

„Für den Verein geht es um viel. Wir brauchen
ein Gelände und könnenohne Veranstaltungen
nicht überleben.“
Franz Precht, Vereinspräsident

Während die Mitglieder gedanklich schon Turniere und gemütliche Zusammenkünfte planen, baut sich in der angrenzenden Wohnsiedlung Widerstand auf. Es wurde eine Unterschriftenaktion gegen das Projekt gestartet, 40 Bewohner sprachen sich dagegen aus. „Wir haben nur durch Zufall davon erfahren, es wurde nie mit uns geredet“, sind Franz und Diana Marschal enttäuscht. Sie wollen versuchen, die Umsetzung des Projekts zu verhindern – auch wenn bereits ein einstimmiger Gemeinderatsbeschluss vorliegt.

„Man kann die Bewohner nicht einfach überfahren“, so das Paar, das um seine Lebensqualität fürchtet. Das Feuerwehrhaus bringe ohnehin schon einiges an Lärm, aber Stockschießen an jedem Wochenende wäre dann zuviel des Guten. Franz Marschal betont: „Ich befürworte den Sport, aber die Bahnen wären beim Sportplatz oder beim ASZ besser aufgehoben.“

Verein auch beim Sportplatz nicht erwünscht

Tatsache ist jedoch: Auch beim Sportplatz war der Verein nicht erwünscht. „Zu laut“ war auch hier das Kriterium. Um den Gegnern den Wind aus den Segeln zu nehmen, ließ VP-Bürgermeister Gottfried Muck eine Lärmmessung vornehmen: „Und der gemessene Wert liegt unter der Hälfte des erlaubten Pegels“, betont er.

Vereinspräsident Franz Prechtl hofft trotz aller Kritik auf ein baldiges friedliches Miteinander. „Für den Verein geht es um sehr viel. Wir sind sportlich erfolgreich, brauchen aber ein entsprechendes Trainingsgelände, auch für Turniere“, macht er klar. Denn ohne Veranstaltungen und die damit einhergehenden Einnahmen könne kein Verein auf Dauer überleben.

Dennoch will man die Sorgen der Anrainer nicht außen vor lassen: „Die Bahnen werden überdacht und sind an zwei Seiten geschlossen. Und die Bäume, die für das Projekt gefällt werden müssen, werden nachgepflanzt. So entsteht auch ein natürlicher Lärmschutz“, verspricht Prechtl.