Update am 19. Mai 2017, 04:00

von Christian Simon

Ist Rampe zu steil?. DEV-Obmann fordert Neubau der Rampe zur Kirche, Ortsvorsteher verneint Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit.

DEV-Obmann Reinhard Schrom weist darauf hin, dass die Rampe zur Kirche in Kleinrötz zu steil ist. Vizebürgermeister und Ortsvorsteher Roman  |  Simon

Laut Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz müssen Anlagen für Menschen mit Behinderungen ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sein. Schon seit Jahren weist Dorferneuerungsobmann und Architekt Reinhard Schrom darauf hin, dass die Steigung der Rampe zur Kirche in Kleinrötz mehr als 20 Prozent beträgt und damit die ÖNORM von sechs Prozent weit überschreitet.

„Wir haben als Dorferneuerung damals den Vorplatz der Kirche neu gestaltet. Irgendwann war dann auf einmal diese Rampe da. Wir wurden darüber nicht vorher informiert“, berichtet Schrom, der die Rampe als Alibi-Maßnahme bezeichnet, da man sie praktisch nicht benutzen könne.

Beim NÖN-Lokalaugenschein wird klar, dass das Befahren mit einem Rollstuhl bei einer Neigung von circa 21 Prozent tatsächlich problematisch sein könnte. Hinzu kommt, dass die herausstehende Kirchenmauer den Übergang von der Rampe zum Plateau vor der Kirche zusätzlich verwinkelt.

Wir haben extra das Befahren mit einem Rollstuhl getestet und das hat funktioniert.“Roman Kampleitner, Vizebürgermeister und Ortsvorsteher von Kleinrötz

Doch VP-Vizebürgermeister und Ortsvorsteher Roman Kampleitner versichert, dass die Benutzung in der Praxis einwandfrei vonstattengehe: „Die Rampe wird genutzt und das funktioniert ohne Probleme. Wir haben auch extra das Befahren mit einem Rollstuhl getestet und das hat auch funktioniert. Uns ist bewusst, dass die Rampe nach den Richtlinien zu steil ist. Aber bei Kirchen gibt es Ausnahmeregelungen, da man diese ja auch optisch ansprechend erhalten will“, argumentiert Kampleitner.

Schrom: "Als Dorferneuerungsprojekt umsetzen"

Architekt Schrom fertigte eine Skizze einer Rampe mit nur sechs Prozent Steigung an und übermittelte diese an die Gemeinde. Darauf gab es jedoch keine Reaktion. „Dabei wäre die Arbeitszeit gratis, wenn wir das als Dorferneuerungsprojekt umsetzten“, versteht er das Desinteresse nicht.

Kampleitner verweist auf die Unwirtschaftlichkeit und die mangelnde Notwendigkeit: „Für eine Rampe mit einer kleineren Steigung müssten wir den ganzen Vorplatz umbauen. Ganz abgesehen davon hat außer Herrn Schrom niemand ein Problem mit der Rampe.“ Schrom pocht dennoch weiterhin auf eine ÖNORM-getreue Umsetzung der Barrierefreiheit.