Erstellt am 22. Juni 2016, 05:00

von Veronika Löwenstein

Das Zauberwort heißt „Konsens“. Veronika Löwenstein über die etwas andere Gemeinderatssitzung in Stockerau.

Stockerau hat sich in den letzten eineinhalb Jahren den Ruf erarbeitet, dass Gemeinderatssitzungen einen hohen Unterhaltungswert haben. Auch die Zahl der Zuhörer ist sukzessive gestiegen. Wer nicht rechtzeitig kommt, muss einen Sessel mitbringen, um zu erleben wie sich die SP-FP-Koalition und die Opposition gegenseitig beflegeln. Konstruktive Gemeindearbeit bleibt bei diesem Politikstil oft auf der Strecke.

Umso überraschender – auch für die Zuhörer – war die letzte Sitzung, in der ganz neue, versöhnliche Töne angeschlagen wurden. Die SPÖ hat einen VP-Dringlichkeitsantrag, mit dem sie inhaltlich keine Freude hatte, auf die Tagesordnung gelassen und auch beim Wunsch nach einem Bürgerservice mitgestimmt.

Im Gegenzug hat die ÖVP ihren Antrag abgeändert, damit der Konsens möglich ist. Selbst die konstruktiven Einwände und Tipps der Grünen wurden – wenn auch nicht immer – angenommen. Offenbar weiß man auch in Stockerau, wie man Politik macht. Nämlich, indem man nicht ständig die Vorschläge der „Anderen“ vom Tisch wischt.