Erstellt am 04. November 2015, 04:57

von Veronika Löwenstein

Die Taktik macht den Unterschied. Veronika Löwenstein über Flüchtlingspolitik in den Städten.

Unaufgeregt und sachlich ging der Infoabend in Korneuburg letzte Woche über die Bühne – das Ergebnis einer perfekten Choreografie. Rund 140 Flüchtlinge leben derzeit in der Stadt, diese Woche sollen noch 60 dazukommen. Zeitgleich trat der NÖN-Exklusiv-Bericht, dass in Stockerau 200 Flüchtlinge aufgenommen werden sollen, eine Hasslawine im Internet los. Bürger wollen sich mit Elektroschockern bewaffnen und fragen, ob man künftig noch in der Au spazieren gehen kann.

Zwei Städte, eine Herausforderung: die Erfüllung der Zwei-Prozent-Quote. Doch während die Korneuburger Stadtpolitik den Eindruck vermitteln konnte, das Heft in der Hand zu haben, vermittelt die Stadt Stockerau das Bild der heillosen Überforderung. Nicht ein Satz fand sich bis Montagabend über die vom Innenministerium zugewiesenen Flüchtlinge auf der Homepage der Stadt.

Es geht dabei nicht um die reine Information, es geht um eine vertrauensbildende Maßnahme. Auch Kor-neuburg hätte sich nicht anbieten müssen, die Flüchtlinge wären zugewiesen worden. Der Unterschied liegt in der Taktik.