Erstellt am 20. Januar 2016, 05:08

von Peter Sonnenberg

Die Wahrheit liegt in der Mitte. Peter Sonnenberg über die neue Transferregelung im Fußball-Unterhaus.

Für einen Aufschrei quer durch die Vereine im Bezirk sorgte die neue Fußballverbandsregelung, nach der Spieler ab dem vollendeten 28. Lebensjahr ab 2017 ohne Transferentschädigung den Verein wechseln dürfen. Zwar nur innerhalb einer Übertrittszeit, aber immerhin. Der Hintergrund war, dass die alte Regelung nicht dem europäischen Recht entsprach.

Die Gegner (vor allem die Funktionäre) sehen jetzt schon ein noch stärkeres Vereins sterben in den nächsten Jahren, vor allem, weil mit diesem „Freifahrtschein“ die Vereinsverbundenheit wackelt. Die Befürworter, vor allem die Spieler selbst, sehen sich endlich befreit von den für sie lästigen Entschädigungs zahlen, die allzu oft einen Wechsel scheitern ließen. Allzu oft, weil der abgebende Verein auf stur schaltete. Dazwischen gibt es viele, die darin keine Gefahr sehen.

Klar, diese neue Regelung führt zu einschneidenden Veränderungen im Transfergehabe des Unterhauses. Aber sie im Vorhinein zu verteufeln oder in den Himmel zu loben, ist zu früh. Ob sie wirklich so viel Sprengkraft innehat, wird die Zukunft weisen. Die Kritik vieler Funktionäre erinnert aber ein wenig an den Beißreflex, den viele Vereinsvertreter entwickeln, wenn es um den Verband geht. Die Wahrheit liegt, wie so oft im Leben, wohl in der Mitte.