Erstellt am 06. April 2016, 05:04

von Veronika Löwenstein

Ein Problem mit drei Seiten. Veronika Löwenstein über die Drogenproblematik am Korneuburg Bahnhof.

Gibt es ein Drogenproblem am umgebauten Korneuburger Bahnhof? Die NÖN-Recherchen haben ein höchst unterschiedliches Bild gezeichnet.

Während die Polizei die Entwicklung als nicht dramatisch einschätzt, erzählt eine Schuldirektorin, dass ihren Schülern beinahe täglich Drogen angeboten werden. Auch Augenzeugen berichten von kleineren Vorfällen und einer Jugendszene, die den Bahnhof als Freizeitareal nutzt.

Die Frage, die man sich stellen muss, ist, warum der moderne Bahnhof offenbar eine Drogenszene hervorgebracht hat, die am alten Schandfleck nicht vorhanden war. Wo keine Konsumenten sind, da wird man auch keine Dealer finden. Insofern hat das Problem zwei Seiten. Oder sogar auch drei.

Denn offenbar sucht die Korneuburger Jugend nach einem Areal als Treffpunkt, das man in der Weitläufigkeit des Bahnhofs gefunden hat. Ein Bahnhof wird immer ein Anziehungspunkt für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen sein. Politik und Polizei müssen nur wachsam sein, dass sich dort nicht eine unkontrollierbare Szene entwickelt.