Erstellt am 18. August 2016, 05:00

von Veronika Löwenstein

Beirat spielte Gemeinderat. Veronika Löwenstein über die Geschichte der Bad-Verfehlungen.

Auf 40 Seiten listet der Rechnungshof auf, was bei der Bad-Betriebsgesellschaft schief gelaufen ist. Das Urteil der Prüfer ist verheerend. Rückblick: Nachdem Teile der Decke eingestürzt waren, sind sich Bisamberg und Korneuburg lange über die Zukunft des Bades uneins. Renovierung oder Neubau lautet die Gretchenfrage, die zu einem Zerwürfnis zwischen den beiden ÖVP-Parteien führt.

Der Streit gipfelt darin, dass die damalige Bürgermeisterin Dorothea Schittenhelm ankündigt, den Vorsitz des Badbeirats zurückzulegen. Korneuburg wendet den Parteienkrach ab und willigt in die Umbaupläne ein. Während der Arbeiten zeigt sich, dass der Bedarf an Sanierung größer ist als gedacht, die Kosten steigen. Korneuburg muss die Suppe auslöffeln.

SPÖ und die Grünen haben immer wieder die mangelnde Transparenz beim Umbau kritisiert, die in der Verschwiegenheitspflicht der Bad-Beiräte gipfelte. Dass das beratende Gremium die Funktion des Gemeinderats übernahm und Investitionen von über 10 Mio. Euro beschloss, ist der eigentliche Skandal.