Erstellt am 05. April 2017, 05:00

von Veronika Löwenstein

Man muss über Ängste reden. Veronika Löwenstein über die Folgen der Messer- Attacke in Stockerau.

Es war schon der zweite Vorfall mit Asylwerbern in Stockerau, bei dem ein Messer im Spiel war. Genau vor einem Jahr verletzte ein 16-Jähriger aus Afghanistan einen gleichaltrigen Landsmann. Auf Facebook gingen angesichts der Umstände, dass es sich um Asylwerber handelte, die Wogen hoch. Der NÖN wurde sogar vorgeworfen, durch die Berichterstattung für Hetz-Kommentare zu sorgen.

Der aktuelle Vorfall ist ein Faktum. Selbst die zuständige Flüchtlingsbetreuerin findet klare Worte. Nicht zu berichten hieße, falschen Gerüchten neue Nahrung zu geben. Und in Zeiten von Facebook & Co. lassen sich solche Vorfälle so und so nicht mehr verschweigen.

Wer das glaubt, lebt in einer anderen Welt. Tatsache ist, dass die Asylwerber oft jahrelang auf ihren Asylbescheid warten und in dieser Zeit zur Untätigkeit verdammt sind. Daran wird man in Stockerau nichts ändern können, da ist die Bundespolitik gefragt. Dennoch gehören die Ängste und Sorgen der Bürger auf den Tisch, und da ist sehr wohl die Stadtpolitik am Zug, eine geeignete Plattform zu schaffen.