Erstellt am 02. Dezember 2015, 05:33

von Veronika Löwenstein

Situation macht keinen glücklich. Veronika Löwenstein über das Flüchtlingsproblem in Unterhautzenta

Der Fall der Flüchtlingsunterbringung in Unterhautzental zeigt, wie es nicht laufen sollte. Noch vor dem Einzug von Asylwerbern ging die Angst in dem 250-Einwohner-Ort um. Sogar Alarmanlagen und Bewegungsmelder wurden schon installiert, um sich vor den Fremden zu schützen.

Das Grundproblem war die Information, die der Bevölkerung vorenthalten wurde. War am Anfang von ein bis zwei Familien die Rede, machte bald das Gerücht von 36 Plätzen – vor allem für junge Männer – die Runde. Glücklich war letztlich niemand mit der Situation. Nicht die Betreiberin, nicht der Ortsvorsteher, nicht die Bevölkerung. Und auch für die Flüchtlinge kann es nicht lustig sein, in einen Ort zu ziehen, der so sehr von Misstrauen geprägt ist.

Seit über einer Woche ist das Haus bezogen, die Stimmung entspannt sich durch das gegenseitige Kennenlernen langsam. Dass die Pension Hedwig von den Behörden aber vorerst als Durchzugsquartier genutzt wird, erschwert die Situation jedoch wieder für alle. Ein kleiner Ort ist für ein Quartier, in dem die Bewohner ständig wechseln, einfach nicht geeignet.