Erstellt am 20. Januar 2016, 05:18

von Veronika Löwenstein

Wir rütteln an unseren Werten. Veronika Löwenstein über die Flüchtlingsdiskussion in Korneuburg.

Für Kopfschütteln sorgte eine Entscheidung des Innenministeriums: Eine Korneuburger Privatinitiative darf den Spieleabend für Flüchtlinge nicht in einem Raum der Pfarre abhalten, weil man diese - überspitzt formuliert - vor religiöser Missionierung schützen will.

Dass die Flüchtlingsbetreuung ohne das Engagement kirchlicher Einrichtungen nicht funktionieren würde, dürfte dem Ministerium entgangen sein. Anstatt froh über das Angebot zu sein, legt man den Helfern mit nebulosen Argumenten Steine in den Weg.

Wie wichtig Beschäftigung ist, zeigen die aktuellen Vorkommnisse im Berndl-Bad. Im Korneuburger Facebook-Forum hat der Vorfall so weit geführt, dass sogar ein Administrator das Handtuch geworfen hat. Dabei geht die Diskussion „Flüchtlinge ja oder nein“ am eigentlichen Thema vorbei. Wer von einer Obergrenze spricht, muss in Wirklichkeit die Genfer Flüchtlingskonvention und die europäische Menschenrechtskonvention infrage stellen. Und da kommen wir ins Dilemma, weil wir dann an den Werten rütteln, die wir eigentlich verteidigen wollen.