Korneuburg

Erstellt am 06. April 2017, 05:00

von Veronika Löwenstein

Bahnkreuzung wird für Radfahrer sicher. Ende des Zickzackkurses am Bahnübergang vor der AHS: Radfahrer bekommen eigenen Radweg, Gemeinde investiert 60.000 .

Die Spuren in der Wiese beweisen es: Die Radfahrer steigen nicht ab und schieben ihr Rad durch die Bügel über den Bahnübergang, sondern weichen auf die Straße – in den Gegenverkehr – aus.  |  Löwenstein

Nach jahrelangem Ringen mit der ÖBB und innerhalb der Gemeinde steht jetzt fest: Die Stadt investiert rund 60.000 Euro in eine Signalanlage für Radfahrer an der Bahnkreuzung in der Stockerauer Straße. Bis dato mussten Radfahrer regelkonform absteigen und ihr Fahrrad im Zickzackkurs durch die Geländer über die Gleise schieben.

Das Problem: Das tut sich kaum ein Radfahrer an, stattdessen weichen die Biker auf die Straße aus – direkt in die stark befahrene Gegenfahrbahn. Davon zeugen auch die Spuren in der Wiese. Mit der Investition wird nun ein getrennter Radweg errichtet.

Holzer: "Umsetzung eigentlich Aufgabe der ÖBB"

VP-Stadtrat Hubert Holzer gestand vor dem Beschluss im Gemeinderat zwar, dass ihm die Summe im Herzen wehtäte, an der Umsetzung führe aber kein Weg vorbei. „Bevor der Erste frontal in ein Auto kracht, haben wir uns entschlossen, in die Sicherheit zu investieren“, begründete er. Immerhin ginge es vor allem um Kinder, die zur AHS fahren. Künftig soll man die Bahngleise gerade überfahren können.

VP-Stadtchef Christian Gepp betonte, dass die Umsetzung eigentlich Aufgabe der ÖBB sei. Da es sich aber um einen gut genützt Radweg handle, ziehe man nach jahrelangen Verhandlungen mit der ÖBB jetzt die Notbremse und investiere in die Sicherheit. „Es ist eine Maßnahme, die wir nicht machen müssten“, merkte er noch an.

SPÖ und Grüne bedankten sich bei Baustadtrat Holzer für das Einlenken. Kommentar von Grüne-Stadträtin Elisabeth Kerschbaum: „Das ist mein Highlight des Tages. Die komische Bügelvariante war rechtlich zwar gerechtfertigt, aber einfach nur bescheuert.“