Korneuburg

Erstellt am 20. März 2017, 08:24

von Jutta Hahslinger

„Heiße“ Auto-Pickerl an der Würstelbude. Gestohlene Fahrzeugplaketten erstand ein Korneuburger an Würstelstand. Pickerl landeten auf nicht verkehrssicheren Rostlauben.

Symbolbild  |  APA-FOTO: HELMUT FOHRINGER

Mit Krücken kämpft sich ein 59-jähriger Korneuburger in den Gerichtssaal und lässt sich seufzend auf die Anlagebank fallen. Unumwunden gibt er zu, dass er an einem Würstelstand im Industriezentrum Hagenbrunn nicht nur seinen Hunger gestillt, sondern so nebenbei auch drei Pickerl von einem ihm unbekannten Mann gekauft habe.

„Mir war klar, dass das nicht mit rechten Dingen zugeht. Ich war aber in einer finanziellen Notsituation und habe es deshalb nicht so genau genommen“, gesteht er das Delikt der Hehlerei ein und macht reinen Tisch: Er habe damals beruflich die Befugnis gehabt, Pickerl zu vergeben. Das habe er auch mit den illegal erstandenen Pickerln getan, gegen ein kleines Entgelt.

„Es besteht keine Wiederholungsgefahr"

„Zwei landeten auf den Fahrzeugen von Bekannten, eines auf meinem Wagen“, schildert er. „Die Fahrzeuge waren weder betriebs- noch verkehrssicher – ganz übel und gefährlich für andere Verkehrsteilnehmer, wenn Rostlauben durch die Gegend fahren“, kommentiert Richter Helmut Neumar harsch und spricht die berufliche Zukunft des Korneuburgers an.

Einen Blick auf die Krücken werfend, beteuert dieser: „Es besteht keine Wiederholungsgefahr. Ich bin derzeit berufsunfähig und stehe kurz vor der Pensionierung.“ Der geständige und bislang unbescholtene Weinviertler wird wegen Amtsmissbrauchs zu sechs Monaten bedingt verurteilt. Rechtskräftig.