Korneuburg

Erstellt am 01. Dezember 2016, 06:34

von Bernhard Preineder

Lärm durch mehr Züge?. Mobilitätsbeauftragte sieht kaum Chancen für eine Lärmschutzwand entlang der Bahn. ÖBB und Bürgermeister bestätigen zwar Planung, aber: Wer zahlt – und wieviel?

Die Arbeiten für einen neuen Bahnsteig sind voll im Gange. Dieser soll den Viertelstunden-Takt ermöglichen. Das bedeutet zwar mehr Züge, aber auch mehr Lärm für die Anrainer.  |  NOEN, Bernhard Preineder

Langenzersdorf hat eine, Bisamberg hat auch eine, nur Korneuburg hat keine: Von Wien bis zur Grenze der Bezirkshauptstadt zieht sich entlang der Bahn eine Lärmschutzwand, exakt an der Stadtgrenze hört sie aber plötzlich auf, obwohl sich ausgerechnet hier die Wohnhäuser und Siedlungen vermehrt an die Gleise schmiegen und somit dem Lärmchaos ungeschützt ausgesetzt sind.

Dazu kommt noch: Mit 11. Dezember tritt der neue Winterfahrplan der ÖBB in Kraft. Gleichzeitig wird auch ein Viertelstunden-Intervall zwischen Korneuburg und der Bundeshauptstadt eingerichtet. Die Vermutung liegt nahe, dass sich der Lärmpegel dadurch noch weiter erhöhen könnte.

Die Mobilitätsbeauftragte der Stadt Korneuburg, Elisabeth Kerschbaum von den Grünen, begrüßt den Viertelstundentakt, und sieht darin einen enormen Gewinn für die Pendler. Kerschbaum: „Durch den Viertelstundentakt wird auch der Busverkehr wieder attraktiver, weil sich dadurch die Anschlusszeiten verkürzen.“

Viertelstundentakt fällt kaum ins Gewicht

Bezüglich der Lärmschutzwand sieht sie aber kaum Hoffnung. „Die Stadtgemeinde müsste sich mit rund einer Million Euro an den Investitionskosten beteiligen, und das ist schlichtweg nicht möglich.“ Im Übrigen würde die Lärmbelästigung vor allem an den Tagesrandzeiten, also früher Morgen, abends und während der Nacht, als störend empfunden werden; der Viertelstundentakt würde also kaum ins Gewicht fallen, da es zu diesen Zeiten keine zusätzlichen Züge geben wird. „Aber natürlich dürfen wir das Projekt deshalb nicht aus den Augen lassen“, erklärte sie gegenüber der NÖN.

Bürgermeister Christian Gepp, freut sich über die Umstellung auf den 15-Minuten-Takt, der größere Flexibilität für die Bahnkunden und auch mehr Sitzplätze mit sich bringen wird, er weiß aber auch, dass sich bezüglich Lärmschutz hier noch etwas tun muss. Gepp: „Die Verhandlungen mit den ÖBB zur Errichtung einer Lärmschutzmauer für die Stadt Korneuburg werden im kommenden Jahr fortgesetzt, mit den Planungsarbeiten/Erhebungen wurde begonnen, offen ist aber noch die Finanzierung.“

Das bestätigte auch ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif: „Die Planungen des Lärmschutzprojekts sind schon sehr weit fortgeschritten. Im Frühjahr 2017 wird es voraussichtlich Gespräche mit der Gemeinde bezüglich der Umsetzung und Finanzierung geben.“

Woher die Mittel dafür kommen sollen, wurde aber bislang noch nicht bekannt gegeben.