Korneuburg

Erstellt am 14. Juni 2017, 05:00

von NÖN Redaktion

Michlfarm als neuer Hotspot für Radkultur. Die „RadschrauberInnen“ feiern am Areal der Michlfarm das Comeback ihrer Idee, die drei Jahre lang pausierte.

Anfang Juni ging die Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt erstmals in Betrieb. Werner Embacher, Dieter Staringer, Klemens Alton und Rudolf Michlmayr wollen es vorerst ruhig angehen, ehe man eine Eröffnungsfeier plant.  |  privat

Es war eine lange Durststrecke für die „RadschrauberInnen“: Nach fast dreijähriger Pause betreibt der Verein wieder eine Selbsthilfewerkstatt. Anfang Juni startete der Betrieb auf der Michlfarm beim Scheibenstand, jeden Donnerstag von 18 bis 20 Uhr und jeden Samstag von 10 bis 12 Uhr wird hier geschraubt.

„Eine Selbsthilfewerkstatt ist kein kommerzieller Betrieb, man kann sich also dort das Fahrrad nicht reparieren lassen“, erklärt Richard Stawa, einer der Mitbegründer, „sie soll vielmehr dazu animieren, selbst zum Werkzeug zu greifen.“ Bei Unsicherheiten kann man aber um Rat fragen.

„Dem unermüdlichen Einsatz von Wolfgang Schirmbrand ist es zu verdanken, dass die Idee einer Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt umgesetzt wurde.“Richard Stawa

Es war ein langer Weg bis zur neuen Einrichtung, die nun alle Stückerln spielt. Es ist die erste Werkstätte der „RadschrauberInnen“, die konkret auf die Bedürfnisse des Vereinszwecks hin konzipiert und gebaut wurde.

Ein ebenerdiger Zugang, großzügige Arbeitsflächen, optimale Lichtverhältnisse und die Zugehörigkeit zur Michlfarm samt Lokal und Grünflächen lassen keine Wünsche offen. „Es ist absehbar, dass in Korneuburg auch in Zukunft für einen Hotspot in Sachen Radkultur gesorgt sein wird“, ist Stawa überzeugt.

Verein 2011 angemeldet

Die Idee einer Selbsthilfewerkstatt geht auf Wolfgang Schirmbrand zurück. Der Verein „RadschrauberInnen“ wurde im November 2011 angemeldet. Im Frühjahr 2012 bezog man einen mittlerweile leer stehenden Container der AHS im Frauental. „Die Werkstatt hatte bald einen gewissen Bekanntheitsgrad“, erinnert sich Stawa, „wöchentlich kamen Radfahrer und versuchten in Gemeinschaft, Bremsen und Gangschaltungen einzustellen, die Kette zu tauschen, das Licht zu reparieren oder Patschen zu flicken.“

Nachdem die Container verkauft worden waren, übersiedelte man in den Keller des Jugendtreffs „Die Villa“ im ehemaligen Gebietsbauamt. Dort wollte sich aber kein rechtes Radwerkstättenflair mehr einstellen. Als auch noch der Obmann schwer erkrankte, wurde der Betrieb im Sommer 2014 schließlich eingestellt.

2015 mit Bau begonnen

Die Idee für einen Neustart kam dann von Rudolf Michlmayr, dem Initiator der Michlfarm. Die neue Selbsthilfewerkstatt sollte auf dem Areal entstehen. Im Sommer 2015 wurde mit dem Bau des Michlfarm-Lokals mit angeschlossener Werkstatt begonnen. Dem Gründungsobmann war es aber nicht mehr vergönnt, den Neustart zu erleben: Wolfgang Schirmbrand ist leider Anfang des Jahres 2016 verstorben.

„Seinem konsequenten und unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass in Korneuburg die Idee einer Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt aufgekommen und auch umgesetzt wurde. Damit hat er einen wesentlichen Beitrag zur Radkultur in unserer Stadt geleistet“, streut Stawa ihm Rosen. Seit Februar dieses Jahres ist Rudolf Michlmayr der neue Obmann der „RadschrauberInnen“. Vorerst soll der Betrieb der neuen Werkstätte ruhig beginnen, für einen späteren Zeitpunkt ist auch eine Eröffnungsfeier der neuen Einrichtung geplant.