Korneuburg , Gerasdorf bei Wien

Erstellt am 21. Januar 2018, 05:00

von Veronika Löwenstein

SPÖ warnt vor dem „Lagezuschlag“. Regierungspläne würden Korneuburg und Gerasdorf treffen, so die Befürchtung der SPÖ.

Die SP-Kandidaten mit ihrem Spitzenkandidaten (v.l.): Christian Nikodym (Mistelbach), Richard Pregler (Hollabrunn), Karin Renner (Gänserndorf), Franz Schnabl und Martin Peterl (Korneuburg).  |  Löwenstein

Der Spitzenkandidat der SPÖ, Franz Schnabl, stellte letzte Woche gemeinsam mit den Bezirksspitzenkandidaten aus dem Weinviertel die Eckpunkte seines Wahlprogramms vor. Kein gutes Haar ließ das SP-Team am türkis-blauen Regierungsprogramm.

Schnabl: "Perspektiven für ältere Arbeitslose"

Die „Aktion 20.000“, die die Regierung abschaffen will, hätte in der Region einiges bewegen können, ist sich die SPÖ sicher. Der Anteil der über 50-jährigen Arbeitslosen beträgt in den Bezirken des Weinviertels zwischen 33 und 37 Prozent. „Wir brauchen für die älteren Arbeitslosen dringend Perspektiven“, mahnte Schnabl.

Besonders erzürnte ihn das Vorhaben der Regierung, für gute Wohnlagen Zuschläge von 25 Prozent möglich zu machen. Betroffen wären durch diese Gesetzesänderung auch Gemeinden wie Korneuburg, Gänserndorf, Wolkersdorf oder Gerasdorf, fürchtet die SPÖ.

„Der Lagezuschlag ist auch rechtsstaatlich bedenklich, wenn man sich auf bestehende Verträge nicht mehr verlassen kann“, schüttelte Landeshauptfrau-Stellvertreterin Karin Renner, die auch SP-Spitzenkandidatin in Gänserndorf ist, den Kopf.

Der Korneuburger SP-Bezirkskandidat Martin Peterl forderte einmal mehr die Gemeinden auf, verstärkt Grundstücke in Form von Baurechtsgründen zur Verfügung zu stellen, „damit letztlich das Bauen und in Folge auch die Mieten günstiger werden.“

Nikodym: "Anreize für Mediziner schaffen"

Renner forderte einen Ausbau der S8 Marchfeld-Schnellstraße und der Nordbahn. SP-Bezirkskandidat Richard Pregler aus Hollabrunn führte vor Augen, dass die Hälfte der rund 20.000 Beschäftigten des Bezirks Hollabrunn täglich aus dem Wohnort auspendeln, mehr als 5.000 davon nach Wien. Die S3 in ihrer derzeitigen Form hätte den Namen Schnellstraße nicht verdient, so Pregler. Nur eine gute Verbindung auf Straße und Schiene würde auch Betriebe anziehen, ist er überzeugt.

Der Mistelbach-Kandidat Christian Nikodym machte auf die gesundheitliche Situation im Grenzgebiet aufmerksam. „Hier müssen Anreize geschaffen werden, sich als Mediziner am Land niederzulassen!“