Korneuburg

Erstellt am 13. Oktober 2016, 05:00

von Veronika Löwenstein

SPÖ warnt vor der Sechs-Sterne-Stadt. Mit einem Powerplan will SPÖ leistbare Wohnungen schaffen. Die ÖVP vermisst den Plan.

Großvolumigen Wohnbau lehnt die SPÖ ab, zwei bis drei Geschoße sollen aber leistbares Wohnen ermöglichen, fordern Martin Peterl, Thomas Pfaffl und Hannes Minatti (v.l.) in ihrem Powerplan.  |  NOEN, Löwenstein

Die Aussage von VP-Stadtchef Christian Gepp, dass es in Korneuburg einen guten Mix an geförderten Genossenschaftswohnungen und Eigentumswohnungen gibt, will die SPÖ so nicht stehen lassen. Mit einem Powerplan wollen die Sozialdemokraten für leistbares Wohnen kämpfen.

Seit 2010 ist die ÖVP an der Macht, „seitdem wurden keine Genossenschaftswohnungen gebaut, die nicht schon vor 2010 vertragstechnisch abgeschlossen war“, wirft SP-Stadtrat Martin Peterl der ÖVP Tatenlosigkeit vor. Gehe es nach der SPÖ, würde der Sefko (Stadtentwicklungsfonds) private Gründe kaufen und als Baurechtsgrund an Genossenschaft vergeben.

„Soll uns einmal eine Gemeinde nachmachen“

„Aber nach 2010 wurde kein Grund mehr im Pachtrecht übergeben“, kritisiert Peterl, dem die frei finanzierten Wohnungen ein Dorn im Auge sind: „Wir wollen keine Sechs-Sterne-Stadt, in der nur noch die Reichen da sind.“ Schon jetzt gäbe es eine Liste von 500 Anmeldungen für Genossenschaftswohnungen, begründet die SPÖ ihren Powerplan, der die Ermöglichung von bis zu drei Geschoßen, günstige Parkplätze und einen finanziellen Gemeinde-Zuschuss vorsieht.

„Das sind nur Forderungen, aber keine Lösung“, schüttelt VP-Vizebürgermeisterin Helene Fuchs-Moser, die auch Vorsitzende des Wohnungsausschusses ist, den Kopf. In der Hans-Mühl-Gasse hätte die ÖVP sehr wohl alles in die Wege geleitet, „das ist auch ein Baurechtsgrund“, wehrt sie die Vorwürfe ab. „Bürgermeister Gepp hat wie nie zuvor Fördervolumen nach Korneuburg gebracht“, betont sie. Den geforderten Zuschuss gäbe es in Form der „Mietzinsbeihilfe“ schon längst. Die Hälfte aller Haushalte seien gefördert, „das soll uns eine Gemeinde einmal nachmachen.“ Der Sefko hätte auch nicht unendlich viel Geld auf der Kante „und kann mit Privaten, die mit dem Grund Geld machen wollen, auch nicht mithalten“.