Erstellt am 08. September 2015, 06:17

von Veronika Löwenstein

Verzögerung bei der Flüchtlings-Ankunft. Noch steht nicht fest, wann die ersten Asylwerber nach Korneuburg kommen. Hilfe wird aber schon übers Internet koordiniert.

Besprechung für die Online-Hilfsplattform mit Bezirksstellenleiter Peter Tesarek, Vizebürgermeisterin Helene Fuchs-Moser, Rotary-Präsident Ewald Meister und Angelika Weiler (v.l.). Foto: privat  |  NOEN, privat

Schon mit 1. September hätten die ersten unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in die ehemalige SDV-Schule ziehen sollen.

Doch noch steht das Gebäude leer. Platz für rund 100 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren wurde geschaffen, letzten Freitag fand die Endbegehung statt.

„Wenn sie schulpflichtig sind, können sie ein
halbes Jahr vor Ort geschult werden, dann
müssen sie aber in die Schule.“
Vizebürgermeisterin Helene Fuchs-Moser

„Wir rechnen damit, dass die ersten diese Woche kommen, aber wir wissen es nicht“, sagt VP-Vizebürgermeisterin Helene Fuchs-Moser. Sie zeigt aber Verständnis für die ungenauen Angaben vonseiten des Ministeriums: „Die ganze Geschichte ist ja mittlerweile kaum mehr administrierbar.“

Der Einzug der rund 90 Flüchtlinge im Landesjugendheim war ursprünglich für Mitte September geplant. „Das wird sich nicht mehr ausgehen“, schätzt die für Integration zuständige Politikerin. Fest steht mittlerweile, dass im Landesjugendheim Familien aufgenommen und von der Firma SLC Europe von Herbert Eder betreut werden. 30 werden Platz in den leer stehenden Dienstwohnungen finden, für 60 werden Container aufgestellt.

Von großem Interesse für die Stadtgemeinde ist, wie viele schulpflichtige Kinder in die Stadt kommen. „Wenn sie schulpflichtig sind, können sie ein halbes Jahr vor Ort geschult werden, dann müssen sie aber in die Schule“, erklärt Fuchs-Moser, die auch Poly-Direktorin ist, die Rechtslage. „Es ist natürlich sinnvoll, wenn man sie möglichst bald einschult.“

Am Montag vor einer Woche fand jedenfalls das erste Treffen aller beteiligten Organisationen statt. Bezirkshauptmannschaft, Polizei, Caritas, Rettung, Pfarren, Rotes Kreuz sowie Vertreter von ÖVP, SPÖ und den Grünen besprachen den Status quo. Ab Mitte dieser Woche wird es eine Online-Plattform geben, wo sich alle Bürger über die aktuellen Themen zu den in Korneuburg untergebrachten Flüchtlingen informieren können.

RK und Rotary Club machten's möglich

Vorrangig will man mit der Plattform aber die große Welle der Hilfsbereitschaft koordinieren. Fuchs-Moser konkretisiert: „Wir bekommen enorm viele Anfragen von Korneuburgern, die sich informieren wollen, wo und wie sie helfen können. Mit dieser Plattform wird dies professionell koordiniert werden können. Wir wollen auch hier Vorreiter sein und agieren, bevor wir nur mehr reagieren müssen.“

Möglich gemacht wurde die Umsetzung durch die großzügige finanzielle Unterstützung des Rotary Clubs Korneuburg und den unermüdlichen Einsatz des Roten Kreuzes Korneuburg.

„Es geht uns hauptsächlich darum, den Menschen auf der Flucht lebenswerte Bedingungen zu schaffen und die unglaubliche Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung zielgerichtet vermitteln zu können“, fasst Rot-Kreuz-Bezirksstellenleiter Peter Tesarek zusammen.

Mitte dieser Woche soll die Online-Plattform starten. Zu finden ist sie unter spende.rotkreuz.at