Erstellt am 08. Juni 2016, 05:00

von Bernhard Preineder

Landgasthaus: Das Ende ist besiegelt. Die Verhandlungen mit der Gemeinde sind gescheitert, der beliebte Wirt schließt am 24. Juli seine Pforten. Bisamberg investiert 100.000 Euro in die Sanierung.

Für das Landgasthaus werden jetzt neue Betreiber gesucht. Derzeit wird ein Nutzungskonzept erstellt.  |  NOEN, Preineder

Per Gerichtsbeschluss wurde der Bestandsvertrag des Landgasthauses mit der Gemeinde beendet. Wie Ulrike Gasthuber von der Betreiberfamilie gegenüber der NÖN erklärte, wird man mit 24. Juli den letzten Tag geöffnet haben. Die bereits akkordierten Feste und Hochzeiten in der Schlossveranstaltungshalle werden aber vertragsgemäß auch über diese Zeit hinaus ausgerichtet.

Man widme sich jetzt neuen vielversprechenden Projekten in Wien, Niederösterreich oder sogar Tirol. Die Familie Gasthuber wird das gesamte Personal mitnehmen. Wie die NÖN berichtete, wären teure Umbauten, vor allem im Sanitärbereich, der Auslöser für den Rückzug der Betreiber gewesen. Ulrike Gasthuber kolportierte damals einen Finanzbedarf zwischen 150.000 und 180.000 Euro.

„Ich wünsche mir einen Gastronomen, 
der den tollen Standort, nutzt und die
Gäste zu kulinarischen Genüssen einlädt.“
Günter Trettenhahn, Ortschef

Bisambergs VP- Bürgermeister Günter Trettenhahn ist zwar nicht glücklich über die gescheiterten Verhandlungen, sieht in einem Neubeginn aber auch eine Chance: „Ich wünsche mir einen kreativen Gastronomen, der den tollen Standort, das besondere Entrée in Gestalt des neu entstehenden Schlossparks und die Veranstaltungen gut nutzt und die Gäste zu kulinarischen Genüssen einlädt.“

Zur Vorgeschichte: Im Herbst 2015 fand das erste Gespräch mit der Familie Gasthuber statt. Trettenhahn erinnert sich: „Der Entwurf für den Mietvertrag war, was die gastronomische Betreuung von Veranstaltungen betrifft, völlig ident mit den bisherigen Mietverträgen.“

100.000 Euro für Sanierung bereitgestellt

Die kolportierten Zahlen betreffend einen Umbau zur Barrierefreiheit von um die 200.000 Euro bezeichnet Trettenhahn als „blanken Unsinn“. Lediglich in die Adaptierung eines Sanitärraums im Erdgeschoß für ein entsprechendes WC hätte die Familie Gasthuber investieren müssen. Dass wären aber nur 3.000 bis 5.000 Euro gewesen.

Trettenhahn bedauert: „Schade, dass es zu keiner Mietverlängerung kam. Die Gemeinde hätte jedenfalls bereits 100.000 Euro für die Sanierung des Gasthauses bereitgestellt.“ Eine eigene Gruppe von Gemeinderäten wird sich jetzt mit Experten der Gastronomie beraten und ein Nutzungskonzept erstellen. Das Lokal wird dann zur Miete ausgeschrieben werden.

„Wir hoffen, einen Wirt zu finden, der mit attraktiven Angeboten und Öffnungszeiten das Ortsleben ankurbelt und die auf der Hand liegenden Synergismen mit dem Festsaal nutzen wird,“ hofft das Gemeindeoberhaupt auf eine rasche Lösung.