Erstellt am 08. April 2016, 05:04

Landgasthaus hofft auf gütliche Einigung. Betreiber und Gemeinde suchen nach einer Lösung. Bereits zugesagte Veranstaltungen werden bis Ende 2016 garantiert.

Günter Trettenhahn verteidigte seine Standpunkte gegen die Einwürfe der SPÖ.  |  NOEN, Stadler
Am 28. Februar lief der Mietvertrag des Landgasthauses mit der Gemeinde aus. Seitdem fehlen auch die Mieteinnahmen. Wie Bürgermeister Günter Trettenhahn in der letzten Gemeinderatssitzung erklärte, gäbe es in so einem Fall rechtlich nur zwei Möglichkeiten: entweder eine Verlängerung des Vertrags oder eben eine Räumungsklage.

Knackpunkt wäre die Barrierefreiheit, die teure Umbauarbeiten für den Bestandsnehmer zur Folge hätten. Eigentlich wollte man Stillschweigen halten, um in Ruhe verhandeln zu können, laut Trettenhahn hätte sich die Causa aber bereits derart in der Öffentlichkeit herumgesprochen, dass er auch im Gemeinderat darüber berichten musste.

Noch bleibt Zeit für eine gütliche Einigung

Man würde der Betreiberfamilie Gasthuber entgegenkommen und die alten Konditionen beibehalten, diese hätte jedoch selbst auf eine Räumungsklage gedrängt. Etwas zu früh kam der Aufruf zur ersten Tagsatzung mit Mitte April, den man aber bis Ende Mai hinausschieben konnte. Trettenhahn würde es jedenfalls begrüßen, wenn man sich bis dahin noch einigen könnte.

Geschieht das nicht, dann müsse man eben neu ausschreiben und gegebenenfalls teure Investitionen selbst tätigen. Ulrike Gasthuber spricht auf NÖN-Nachfrage von einem guten Verhältnis zur Gemeinde, gibt aber zu bedenken, dass man 150.000 bis 180.000 Euro in Umbauten investieren müsste, und das würde sich nicht mehr rechnen. Erschwerend kommt hinzu, dass man dem Landgasthaus das alleinige Recht auf Catering bei Gemeindeveranstaltungen in der Festhalle genommen hat.

Ein weiteres Dilemma: Man beschäftigt fünf Menschen mit Behinderung und vier Lehrlinge. Teure Umbauten für Toiletten, Personalbereich etc. wären notwendig. Was passiert mit dem Personal? Würden die Belegschaft übernommen werden? Fragen, die man jetzt noch klären könnte. Über den NÖN-Vorschlag, die Investitionskosten vorerst selbst zu tätigen und die Garantie zu bekommen, diese bei einer Weitergabe wieder vom Nachfolger zurückzuverlangen, könne man reden.

Eines stellte Gasthuber aber klar: „Alle Veranstaltungen, wie etwa Hochzeiten, die wir bis Ende des Jahres akkordiert haben, werden wir auch ausrichten.“