Langenzersdorf

Erstellt am 05. April 2017, 05:00

von Bernhard Preineder

65 Seiten „Dringlichkeit“ zum Postzentrum. Die NÖN war bei der Gemeinderatssitzung am Montag vor einer Woche dabei, in der das Thema überraschend auf die Tagesordnung gebracht wurde.

Waltraud Stindl von den Grünen sagte ebenso Ja zur Umwidmung, wie überraschenderweise auch SPÖ-Fraktionschef Karl Danha, Josef Winkler, übrigens der einzige Vertreter der FPÖ bei der Sitzung, und natürlich auch VP-Bürgermeister Arbesser.  |  Preineder

Am 10. März lief die Frist ab, bis zu der man eine Stellungnahme zur Umwidmung des zukünftigen Postareals im Gemeindeamt oder auch online abgeben konnte. Nur zwei Wochen später beschloss der Gemeinderat in Form eines von VP-Bürgermeister Andreas Arbesser eingebrachten Dringlichkeitsantrags einstimmig die Widmung in Bauland Betriebsgebiet/Logistik. Diskussionen blieben aus. Wie brisant das Thema ist, bewies der Umstand, dass Polizeischutz angefordert wurde.

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Bau des Paketverteilerzentrums scheinen damit gegeben, immer vorausgesetzt, dass das Land auch zustimmt. Mit dem eigentlichen Bauvorhaben hätte dieser Beschluss per se noch nichts zu tun, betont Arbesser. Was die endgültige Verkehrslösung betrifft, darüber wird man sich noch schlaumachen. Alle möglichen Varianten, darunter der von der SPÖ geforderte und den Grünen gewollte Kreisverkehr, sollen von Experten auf deren Machbarkeit geprüft werden.

Viele Einwände und Empfehlungen

Die Einsprüche der zahlreichen Umwidmungs- und Postkritiker waren vielfältig und wurden allesamt in der Sitzung verlesen: Angst vor Lärm und höherem Verkehrsaufkommen, Beeinträchtigung des Bisambergs als Ausflugsziel, Entwertung der Grundstücke, Einschränkung der Lebensqualität, Gefährdung des Natura-2000-Gebiets, aber auch Ressentiments wie die Angst vor Hochwasser, dass der Boden bei den ehemaligen EVN-Tanks kontaminiert sein könnte, sowie vor eventuellen Fliegerbomben etc.

Gewürzt wurden die Bedenken mit Empfehlungen, darunter die Rückwidmung in Grünland oder die Verlagerung auf das Betriebsgebiet Süd, aber auch mit Beschwerden, dass man nicht rechtzeitig informiert worden wäre und die „Strategische Umweltprüfung“ (SUP) fehle. Bürgermeister Arbesser ging auf sämtliche Befürchtungen und Kritikpunkte ein und verwies auf die Experten des Landes NÖ.

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