Erstellt am 07. September 2015, 13:58

von NÖN Redaktion

Langenzersdorfer ist Weltmeister der Guppyzucht. Überglücklich meldete sich Michael Milde aus Florida. Was er selbst kaum für möglich hielt, trat am vergangenen Wochenende bei der 18. Weltmeisterschaft der Guppy-Hochzüchter (18th WGC/World Guppy Contest) ein.

Der stolze Weltmeister 2015 Michael Milde in seiner Zuchtanlage  |  NOEN, privat
Der Langenzersdorfer, der in seinem Keller eine kleine Guppy-Hochzuchtanlage betreibt und 2014 den EM-Titel holte, wurde Weltmeister 2015.

Milde schickte sich mit seinen Züchterfreunden die schönsten Fische über Deutschland zu diesem weltweit größten Wettbewerb in die Vereinigten Staaten. Bislang seien es vor allem die amerikanischen und asiatischen Guppy-Hochzüchter gewesen, die bei den WM-Durchgängen als Sieger hervorgingen. „Es gibt dort Vereine mit bis zu 1.000 Mitgliedern“, weiß Milde.

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Aus über 500 Becken wurden zunächst aus 23 Kategorien die jeweils drei Besten von einer neunköpfigen internationalen Jury gewählt, aus denen dann in einem weiteren Durchgang die 23 Standard-Sieger gekürt wurden.

Michael Milde durfte schließlich in der Kategorie „Oberschwert“ über den ersten Platz jubeln und freute sich mit seinen Hochzucht-Kollegen Markus Hackl und Gerhard Wagner, welche die Plätze zwei und drei belegten.

Das war aber nicht alles: Gesamtsieger und Show-Winner der gesamten WM in Florida wurde heuer kein Amerikaner und auch kein Asiate – sondern ein Langenzersdorfer: Michael Milde mit seinem „Doppelschwert-Guppy Wiener Smaragd“.

Allgemeines:

Der Guppy (Lat. Poecilia Reticulata Peters) ist ein kleiner lebendgebärender Zierfisch, dessen ursprüngliches Vorkommensgebiet das nordöstliche Südamerika und die vorgelagerten Antilleninseln (Trinidad, Barbados usw.) ist. Im asiatischen Raum gibt es ihn in fast jedem Wassergefäß oder Teich – er dient hier vor allem der Moskito-Bekämpfung.

„Kein anderer Fisch in der Aquaristik hat diese großartige Farben- und Formenvielfalt“, erklärt Michael Milde. Deshalb gilt der Guppy nach wie vor als Königsklasse der Aquarien-Fische-Hochzucht. Vor allem die Männchen sind prächtig gefärbt und werden meist von unscheinbaren (grauen) Weibchen begleitet, die aber sehr wohl die entscheidenden Farb- & Formen-Gene weitervererben.

So sei es relativ leicht möglich, neue Farben und Formen zu züchten – aber, so der Experte: „Um daraus einen reinerbigen Stamm zu entwickeln, bedarf es sehr viel Liebe, Geduld und Hingabe.“