Erstellt am 12. Juli 2016, 14:03

Vojta: Enttäuschung pur nach EM-Schluss. Der Gerasdorfer Mittelstreckenläufer Andreras Vojta (27) schied bei der EM in Amsterdam früh aus, verpasste damit das Olympia-Ticket und will sich jetzt neu orientieren.

Unzufrieden. Andreas Vojta`s Abschneiden in Amsterdam.  |  privat

„Das war viel zu wenig“, gestand der Gerasdorfer Mittel streckenläufer Andreas Vojta. Der 27-Jährige musste sich Ende letzter Woche im Vorlauf über 1.500 Meter bei der Leicht athletik-EM in Amsterdam mit einer Zeit von 3:46,32 Minuten und Gesamtrang 32 zufrieden geben.

„Im Moment kann ich leider mein Potenzial nicht ausschöpfen. Woran das liegt, ist wirklich schwer zu sagen. Auch wenn es derzeit hart für mich ist: Ich werde weiterkämpfen und alles tun, um zurückzukommen. Vielleicht werde ich versuchen, neue Reize zu setzen“, meinte der Weinviertler kämpferisch. 2012 noch EM-Zehnter und deutlich nach oben orientiert, schied er jetzt vier Jahre später als Letzter seines Vorlaufs aus. Nicht für Olympia qualifiziert, richtet er den Fokus auf die Staatsmeisterschaften, wo er den Titel zurückerobern will. Und dann gilt es, den Weg aus der Krise zu finden.

Von der enttäuschenden EM-Vorstellung will sich Vojta nicht zermürben lassen, trotz vieler Tiefschläge lebt der Kampfgeist weiter. „ Ich weiß prinzipiell ja, wie es geht, ich werde weiter trainieren und mich zurückkämpfen.“ Am 12. Juli 2014 stellte Vojta beim Diamond-League-Meeting in Glasgow in 3:36,11 Minuten neue persönliche Bestzeit auf, bei der Zürich-EM im gleichen Jahr im August entschuldigte er sich für ein – laut eigenen Worten – „Trauerspiel“. Einmal mehr war deutlich geworden, dass ihm bei späten Meisterschaften im August „hinten raus ein bisserl die Puste ausgeht“. Nach dem Seuchenjahr 2015, als er auch die Qualifikation für die Peking-WM verpasste, gab Vojta am 20. Mai in Ostrava (3:39,98 Min.) mit der Limit erbringung für Amsterdam zumindest wieder ein sportliches Lebenszeichen von sich. Es blieb bisher bei diesem Ausreißer.

„Letztes Jahr war ich ganz weit weg, jetzt habe ich mich erfangen. Aber ich kann mein Potenzial nicht ausschöpfen. Mein Grundlevel ist einfach nicht hoch genug, dass ich da ganz vorne dabei sein kann. Einen Grund herauszupicken, warum das so ist, ist schwer. Das allgemeine Level passt einfach noch nicht“, muss sich Vojta eingestehen. Er werde die Optionen ins Auge fassen, etwas zu ändern und neue Reize zu setzen, um wieder stark oder im Optimalfall noch stärker zurückzukommen. „Die Richtung bleibt gleich, aber vielleicht werde ich neue Wege beschreiten, um dort hinzukommen.“ Möglicherweise entscheidet sich Vojta auch für eine andere Distanz. „Klassisch ist, dass man irgendwann hochgeht.“

Dank Bundesheer und treuer privater Sponsoren kommt Vojta, dem nicht mehr viel zum Bachelor der Betriebswirtschaft fehlt, über die Runden. An den essenziellen Sachen fehle nichts, merkte er an. „Es ist das Gegenstück. Wenn du in den Olympiaförderungen bist, kannst gar nicht so viel auf Trainingslager fahren, dass du das ausgibst. Und im nächsten Jahr hast du auf einmal gar nichts, das ist schwierig. Aber als Ausrede lasse ich das nicht gelten.“