Update am 07. Juli 2016, 11:39

von LPD NÖ, Michaela Höberth und Stefan Obernberger

Kinder gefährdet: Lehrerin meldete sich . Am 28. Juni (Dienstag, zur Mittagszeit gegen 12.20 Uhr) waren drei weibliche Lehrkräfte mit einer Gruppe von 50 Kindern beim Bahnhof Leobendorf (Bezirk Korneuburg) unterwegs - und gefährdete die Kids laut Polizei "fahrlässig". Die Exekutive bat um Hinweise zu den Frauen, am Mittwochvormittag (6.7.) meldete sich dann eine der Lehrerinnen.

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Die 50 Kids im Alter von 10 bis 12 Jahren begaben sich in Begleitung von laut Polizei "zumindest drei weiblichen Begleitpersonen vermutlich von der Burg Kreuzenstein kommend zum Bahnhof in Leobendorf".

Frauen kletterten unter Schranken hindurch

Um auf den Bahnsteig in Fahrtrichtung Wien zu kommen, muss man das Bahnhofsgleis überqueren. Da der Zug, mit dem die Schüler fahren sollten, bereits im Bahnhofsbereich stand und kurze Zeit später ein durchfahrender Regionalzug erwartet wurde, war die Schrankenanlage bereits geschlossen. Um den Zug noch zu erreichen, kletterte eine der erwähnten Begleitpersonen unter dem Schranken hindurch und stellte sich mit ausgebreiteten Armen auf das Gleis; eine zweite Frau winkte alle Kinder darüber.

Wenige Sekunden danach fuhr der Regionalzug durch den Bahnhof. Die Gruppe stieg laut Zeugenaussagen in den Zug in Richtung Wien und fuhr mit diesem davon.

Die Exekutive sucht nun die Frauen, die die Kinder solcherart gefährdeten. Bei der Begleitperson, die als erste auf den Gleiskörper kletterte, handelt es sich um eine ca. 40 Jahre alte Frau mit langen braunen Haaren, bekleidet mit einem orangen T-Shirt. Die zweite Frau war eine etwa 35-Jährige mit langen blonden Haaren sowie weiß bekleidet. Von der dritten Begleitperson ist lediglich bekannt, dass sie eine Kurzhaarfrisur hatte.

Bürgermeisterin zeigt sich schockiert

"Das ist Wahnsinn. Es ist absolut unverantwortlich, Kinder so in Gefahr zu bringen", zeigt sich Leobendorfs VP-Bürgermeisterin Magdalena Batoha schockiert. Erwachsene sollten als Vorbild dienen, allen voran die Lehrer. "Wer auch immer das war, sollte nicht mehr unterrichten dürfen", fordert sie Konsequenzen. Sie hofft, dass die geplanten Umbaumaßnahmen am Bahnhof rasch verwirklicht werden können. Es soll eine Fußgängerunterführung entstehen, der Weg über die Gleise wird damit für Fahrgäste ein für allemal versperrt. "Damit so etwas gar nicht mehr möglich ist", so Batoha.

Eltern von betroffenen Kindern bzw. Personen, die mögliche Hinweise geben können, wurden gebeten sich mit der Polizeiinspektion Korneuburg unter der Telefonnummer 059133-3240 in Verbindung zu setzen.

Da es sich vermutlich um zwei Schulklassen samt Lehrkräften/Begleitpersonen handelte, konnte die Herkunft zunächst auf 17 Schulen aus Wien und NÖ eingegrenzt werden.

Am Mittwochvormittag meldete sich schließlich eine der Lehrerinnen aus der betreffenden (wie bekannt wurde) Wiener Schule. Ermittelt wird seitens der Polizei wegen des Verdachts der vorsätzlichen und fahrlässigen Gemeingefährdung. Eine Einvernahme der Lehrperson stand noch aus, sagte eine Sprecherin auf Anfrage.

Volkanwaltschaft prüft

Am Dienstag hat sich nun auch die Volksanwaltschaft eingeschaltet. Es werde ein amtswegiges Prüfverfahren eingeleitet, teilte Volksanwalt Peter Fichtenbauer am Donnerstag mit.

Das Lehr- und Begleitpersonal hat für die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler zu sorgen, hier dürfte das Gegenteil der Fall gewesen sein", zeigte sich Fichtenbauer in einer Aussendung besorgt. Lehrkräfte hätten nicht nur Wissen zu vermitteln.

Sie sollten zudem Vorbilder für Kinder sein und korrekte Handlungsweisen vorleben. "Das richtige Verhalten im Straßenverkehr ist schon in der Volksschule ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts, der durch solch unüberlegte Aktionen konterkariert wird."