Erstellt am 01. April 2016, 05:14

von Veronika Löwenstein

Mit dem Auto in die Haft.... Häftling kam zum Haftantritt in Korneuburg mit seinem Auto. Das parkt nun seit über einem Jahr in der Brückenstraße, wo Parkfläche rar ist.

Dieses Auto steht seit einem Jahr bewegungslos in der Brückenstraße, wundern sich Anrainer. Foto: privat  |  NOEN, privat
Die Parkplatzproblematik in der Brückenstraße kam sogar in der letzten Gemeinderatssitzung zur Sprache. Justizzentrum und die neuen Wohnbauten haben die Situation entlang der Kleingartensiedlung in den letzten Jahren verschärft.

Umso mehr wundern sich Anrainer über einen Audi mit deutschem Kennzeichen, der seit über einem Jahr an gleicher Stelle parkt.

Anrainer fragte Polizei, Bürgerservice und Bauamt...

„Anfangs dachte ich mir nichts dabei, es könnte ja Besuch in einem der umliegenden Wohnblöcke sein“, erzählt ein Anrainer, „nachdem der Pkw jedoch über Wochen und Monate unbewegt dort verharrte, fragte ich in der nahen Polizeidienststelle nach, ob es sich bei dem Fahrzeug eventuell um ein gestohlenes Auto handelt.“

Dort hätte man ihm mitgeteilt, dass das Fahrzeug in kriminelle Machenschaften verwickelt war und man nun auf deutsche Kriminalbeamte warte, die es abholen würden.

Als der Audi neun Monate später noch immer an der gleichen Stelle stand, wandte sich der Anrainer ans Bürgerservice, wo man ihn ans Bauamt verwies. „Bei meiner persönlichen Vorsprache wurde mir mitgeteilt, dass die Stadtgemeinde hier nichts machen kann, da das Auto ordnungsgemäß und mit polizeilichem Kennzeichen abgestellt wurde.“

Auto „wartet“ ganz legal auf Entlassung des Besitzers

Auch das kurzfristige Halte- und Parkverbot, das zwecks Straßenreinigung aufgestellt wurde, konnte dem mysteriösen Fahrzeug nichts anhaben.

Die NÖN ging der Sache nach. Die Antwort, was es mit dem Fahrzeug auf sich hat, ist einfach und kurios zugleich: „Der Besitzer muss eine Haftstraße absitzen und ist mit dem Auto angereist“, erklärt ein Beamter. Daher warte das Auto legal auf die Entlassung seines Eigentümers.

Solange der Fahrzeugbesitzer die Versicherung bezahlt und mit behördlichen Kennzeichen parkt, seien auch der Polizei die Hände gebunden. Und auch bei einem vorübergehenden Halte- und Parkverbot gelte, dass Fahrzeugbesitzer, die ihren Wagen schon vor der Verordnung an der Stelle geparkt hätten, nicht belangt werden können.