Erstellt am 12. Dezember 2015, 08:03

von Michaela Höberth

Morgendlicher Halt für Takt geopfert. Mit 13. Dezember hält der Pendlerzug um 6.12 Uhr nicht mehr in Höbersdorf. Die Alternativen: Bus oder Auto.

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Mit dem 13. Dezember tritt der neue Fahrplan der ÖBB in Kraft. Der Blick auf den neuen Fahrplan verhieß für den Höbersdorfer Pendler Günter Moser jedoch nichts Gutes: Der beliebte Zug um 6.12 Uhr wurde ersatzlos gestrichen.

„Wenn der Zug auch in anderen kleinen Stationen nicht stehen bleiben würde, würde ich das ja verstehen“, so Moser. Doch Höbersdorf ist die einzige Station, bei der die Bahn durchfährt. „Dabei ist laut Fahrplan die Zeit, die der Zug zwischen den Stationen Obermallebarn und Sierndorf braucht, bei vier Minuten geblieben. Das ist recht unterhaltsam“, so Moser sarkastisch. Die Pendler müssen nun auf den Bus oder das Auto ausweichen. „Ich kann den Bus nach Oberolberndorf nehmen und dort in den Zug einsteigen“, schüttelt er den Kopf. Auch die Züge, die früher oder später in Höbersdorf halten, sind für ihn keine Option. „Man ist entweder eine halbe Stunde früher in Wien oder eine ganze Stunde später.“

"Es geht um den Umweltgedanken"

Moser hat eine Anfrage an das Land gerichtet, in der er um Aufklärung bittet. „Die Züge nach Wien sind gestopft voll. Und es geht um den Umweltgedanken“, steigt er nur ungern aufs Auto um. Auch die Politik will Aufklärung: VP-Bürgermeister Gottfried Muck hat die Beschwerden der Pendler an die ÖBB weitergeleitet. Diese verweist darauf, dass durch die Umstellungen das Taktschema verbessert wird. „Insgesamt gesehen wird das Angebot für die Bahnkunden durch klare Taktlagen deutlich verbessert“, heißt es in dem Schreiben.

„Wenn der Zug auch in anderen kleinen Stationen nicht stehen bleiben würde, würde ich das ja verstehen.“ Günter Moser, Pendler aus Höbersdorf

Die Grünen haben Betroffene auf Facebook dazu aufgerufen, ihre Sicht der Dinge zu schildern. Die Informationen wurden an den Grünen Landtagsklub weitergegeben, der an die ÖBB herantreten möchte.