Erstellt am 14. November 2015, 04:38

von Markus Glück

Nach Pensionsantritt hat Knusperhäuschen ausgeknuspert. Beliebtes Wirte-Paar Mitterhauser schließt Lokal mit Jahresende. Registrierkassenpflicht hat Prozess beschleunigt.

Mit Ende des Jahres schließen Brigitta und Franz Mitterhauser ihr Knusperhäuschen. Foto: Glück  |  NOEN, Markus Glück

Mehr als drei Jahrzehnte lang betrieben Franz „Schani“ und „Chefin“ Brigitta Mitterhauser ihr „Knusperhäuschens“ in der Nähe des Stockerauer Bahnhofs.

„Durch Euro fielen viele Stammgäste weg“

Mit Ende des Jahres wird das beliebte Wirte-Paar in Pension gehen und damit auch das urige Stockerauer Beisl schließen. „Wir wollten irgendwann kommendes Jahr in Pension gehen. Die Einführung der Registrierkassa hat den Prozess aber beschleunigt“, schüttelt „Schani“ über die vermehrten Auflagen für Wirte den Kopf.

Durch all die Jahrzehnte bemerkten die Gastronomen auch die Veränderungen der Gesellschaft anhand ihrer Besucher.

„Durch den Euro sind viele Stammgäste weggefallen. Überhaupt haben die Leute heute weniger Geld übrig“, konstatiert Franz Mitterhauser, der den Stockerauern auch dank seines Kaiser-Franz-Josef-Backenbarts bekannt ist. Hausherrin Brigitta ergänzt: „Die Arbeiter gehen weniger fort.“

„Gäste sind halt mit uns mitgealtert“

Den Ruf des Wirtes als Kummertante können die Vollblut-Wirtsleute nur bestätigen: „Als Wirt bist du Kummertante und machst damit jedem Psychiater Konkurrenz.“

Traurig über das Ende des Knusperhäuschens sind nicht nur die zahlreichen Stammgäste, sondern auch die Familie Mitterhauser. „Auch wenn sich über die Jahre gigantische Veränderungen eingestellt haben. Die Gäste sind halt mit uns mitgealtert“, erzählt die Hausherrin im NÖN-Gespräch.

Da das Herz am Knusperhäuschen hängt, sucht man auch keinen Nachmieter: „Wir wissen noch nicht, was wir daraus machen. Die Immobilie gehört uns.“

Bis zum Ende des Jahres wird nun beinahe täglich ein Abschlussfest gefeiert.