Erstellt am 16. Dezember 2015, 05:08

von Markus Glück

Neue Maßstäbe bei Kwizda Agro. Ausgaben von 20 Millionen Euro machen Standort zum Vorzeigebetrieb in Europa.

Bei der Betriebsbesichtung in Leobendorf: Kwizda-Geschäftsführer Andreas Stöckl, Standortleiter Manfred Winter, Karl Heinz Ludwig, Leobendorfs Bürgermeisterin Magdalena Bathoha, Bisambergs Vizebürgermeister Willibald Latzel und Thomas Schuster.  |  NOEN, Markus Glück

Im Jahr 2010 sorgte die Leobendorfer Firma Kwizda Agro mit der Verunreinigung des Korneuburger Grundwassers durch Pestizide für Schlagzeilen. Um den Umweltschaden zu beseitigen, versprach das Unternehmen ein umfassendes Modernisierungsprogramm. Mit Ende 2015 hat Kwizda Agro bereits fünf der acht Schlüsselprojekte des umfangreichen Investitionsprogramms abgeschlossen. Das Programm läuft seit dem Jahr 2013 und soll bis 2018 abgeschlossen werden. In Summe kostet das Modernisierungsprogramm das Unternehmen 20 Millionen Euro, bis Ende 2015 wurde insgesamt zwölf Millionen Euro ausgegeben.

„Nach den Geschehnissen im Jahr 2010 wollten wir ein State-of-the-Art-Betrieb werden. Heute traue ich mich zu sagen, dass es in Europa keinen Standort gibt, der so hohe Investitionen in die Sicherheit getätigt hat“, informiert Kwizda-Geschäftsführer Andreas Stöckl in Rahmen einer Betriebsbesichtigung. Damit wird der Standort zu einer Benchmark in Europa, wie auch Stöckl erklärt: „Wir haben uns bei den Investitionen bemüht, schon Jahre vorauszuschauen.“

Erhöhung der Wirtschaftlichkeit

Gleichzeitig schaut man am Standort aber auch darauf, dass man durch ein Effizienzprogramm die Wirtschaftlichkeit erhöht. Dabei ist es auch gelungen, eine Reihe von neuen Arbeitsplätzen zu schaffen, womit der Betrieb derzeit 127 Beschäftigte, darunter 25 temporäre Leiharbeiter, zählt.

„Die wirtschaftlichen Herausforderungen waren in den letzten Jahren gewaltig. Wir haben es aber geschafft, das Vertrauen der Umgebung und der Kunden zurückzugewinnen“, berichtet der Kwizda-Geschäftsführer stolz.

Derzeit läuft ein Projekt zur Modernisierung des Abwassersystems, welches im Sommer startete. In mehreren Bauabschnitten werden sämtliche unterirdischen Rohrleitungen sowie die Sammelbecken bis 2017 erneuert.

Doppelwandige Systeme

Dabei kommen doppelwandige Systeme mit kontinuierlicher Lecküberwachung sowie Überfüllsicherung zum Einsatz. „Die Umsetzung muss in Etappen erfolgen, damit die Stillstände nicht zu groß sind“, weist Betriebsleiter Manfred Winter darauf hin, dass diese drei Bauabschnitte mit der Bezirkshauptmannschaft Korneuburg vereinbart sind.

Ebenfalls in Planung sind die Umsetzung der sicherheitstechnischen Nachrüstung der Produktionsanlagen, die Modernisierung zahlreicher Abluftfilter und die Neukonzeptionierung für die Entwässerung der Lager- und Verkehrsflächen. Daneben wurden auch die Zertifizierungen gemäß ISO 9001 (Qualität), ISO 14001 (Umweltmanagement) und OHSAS 18001 (Arbeitsschutzmanagement) abgeschlossen.