Niederrußbach

Erstellt am 22. September 2016, 09:03

von Bernhard U. Wieser

Fahrerflucht nach Katzen-Crash. Angela Schaden trauert um ihren Kater Bijou, der letzte Woche überfahren wurde. Der Lenker fuhr offenbar ohne Rücksicht über das Tier, das eingeschläfert werden musste.

Angela Schaden mit ihrem Bijou, der überfahren wurde.  |  NOEN, privat

Ein tragischer Vorfall ereignete sich letzten Dienstag, am 13. September. Als die Katzenbesitzerin Angela Schaden am Abend im Wohnzimmer saß, wurde sie von einem lauten Reifenquietschen und Katzengeschrei aufgeschreckt.

Vor dem Haus fand sie ihren vierjährigen Kater Bijou angefahren, aber noch am Leben, mitten auf der Straße liegend vor. Ein anwesender Zeuge konnte Schaden vom Vorfall unterrichten. Ein Firmenauto sei rücksichtlos über das Tier gefahren und machte keine Anzeichen, auszuweichen. Der Täter soll den Tatort dann umgehend verlassen haben. „Meine Katze wurde vom Auto voll erwischt. Der Tierarzt stellte fest, dass das Rückenmark durchtrennt war und Blase und Dickdarm geplatzt waren“, erzählt Schaden schockiert. Deshalb blieb nichts anderes übrig, als den Kater einschläfern zu lassen. Bijou trug noch einen bitteren Todeskampf aus, da aufgrund des
Adrenalins die Einschläferungsspritzen wirkungslos blieben. „Es war schrecklich, ihn so zu sehen. Er hat sich vor Schmerzen in meine Finger verbissen.“

Unfalllenker zeigte gar keine Reue

Nach kurzer Recherche gelang es der Tierfreundin, die Nummer der Firma des Unfallautos herauszufinden. Der Chef des Unternehmens gab telefonisch gleich zu, das Tier überfahren zu haben. Schaden war ob der Reaktion des Unternehmers aber fassungslos: „Mein Ziel war lediglich, dass der Fahrer seine Tat erklärt und sich entschuldigt. Doch er beschimpfte mich und Bijou nur.“ Schaden erkundigte sich bei der Polizei, inwieweit man sich strafbar macht, wenn man eine Katze überfährt und den Unfallort verlässt. „Mir wurde versichert, dass es sich um Fahrerflucht handelt. Der Lenker hat die Verpflichtung, auszusteigen und sich um das Tier zu kümmern.“ Auch die Nachfrage der NÖN bei der Landespolizeidirektion bestätigte, dass sich der Fahrer mit seinem Verhalten strafbar machte. Die Polizei nahm deshalb bereits Kontakt mit dem besagten Firmenchef auf.

„Tiere sind wie Menschen für mich, deshalb ist es für mich einfach unverständlich, wieso man nicht vor einer Katze bremst und einfach drüberfahren kann“, so Schaden. „Ich möchte mich beim Zeugen persönlich bedanken und hoffe, dass er sich bei mir meldet.“ Mailadresse: kira2585@gmx.at