Erstellt am 06. Mai 2014, 08:13

von Veronika Löwenstein

Obst und Gemüse in der Stadt ernten. Pilotprojekt / Noch diesen Mai wird Korneuburg zur „Essbaren Stadt“. Auf öffentlichen Flächen wird gegärtnert, um Bewusstsein zu schaffen.

Auch auf dem Hügel vor dem Pflegeheim soll künftig Essbares angebaut werden. Die Politiker - im Bild Gemeinderat Alfred Zimmermann (ÖVP), Bürgermeister Christian Gepp (ÖVP), Gemeinderat An-dreas Panek (FPÖ), Stadtrat Thomas Pfaffl (SPÖ) und Stadträtin Elisabeth Kerschbaum (Grüne) (v.l.) - machten schon einmal die Probe aufs Exempel.  |  NOEN, Foto: Löwenstein
Durch die Stadt gehen und Obst pflücken und Gemüse ernten? Ein Pilotprojekt zwischen der Stadt Korneuburg und der Initiative „So schmeckt Niederösterreich“ soll das künftig möglich machen. Ähnlich wie die deutsche Stadt Andernach will sich Korneuburg künftig als „Essbare Stadt“ einen Namen machen.

Gärtnern in der Stadt, besser bekannt als „Urban Gardening“, hat sich mittlerweile zu einer globalen Bewegung entwickelt. Korneuburg will diesem Trend Rechnung tragen und stellt öffentliche Flächen für den Anbau von Obst und Gemüse zur Verfügung. Experten werden das Projekt begleiten. „Bürger sind eingeladen, sich zu beteiligen!“, appelliert Bürgermeister Christian Gepp. Denn bevor geerntet werden kann, muss einmal gepflanzt werden.

Gegartelt wird in Parks und auf gut zugänglichen öffentlichen Flächen. Fix ist, dass beim Rattenfänger am Hauptplatz vier Hochbeete aufgestellt werden sollen, und auch am Kirchenplatz sollen sie ihren Platz finden. „Hochbeete deshalb, damit wir keine Hundstrümmerln im Beet haben“, erklärt Caroline Stiglbauer, die das Projekt von Seiten des Landes NÖ begleitet.

Kinder und Senioren sollen mitmachen

„Beim Parkdeck soll ein Beerenstrauch hinkommen, und beim Jugendzentrum Villa haben wir uns ein Flaschensystem entlang der Mauer überlegt, wo etwas herauswachsen soll“, erklärt ÖVP-Umweltgemeinderat Alfred Zimmermann.

Eingeladen zur Bewirtschaftung sind neben Kindergärten, Schulen und Vereinen auch Privatpersonen. Auch das Augustinerheim hat schon Interesse angemeldet, auf dem Hügel davor soll ebenfalls ein Beet entstehen. Gepp sieht in dem Projekt auch ein verbindendes Element. „Der Kinderhort macht etwas gemeinsam mit dem Poly, das Pflegeheim mit der HAK“, nennt er Beispiele. Kindern will man den Zusammenhang zwischen ihrem Obst und Gemüse und der Herkunft vermitteln. „Das Wissen, zu welchem Zeitpunkt welches Obst und Gemüse Saison hat, fehlt vielen Kindern und Jugendlichen“, gibt Stiglbauer zu denken.

Der Gemeinderat gab in seine letzten Sitzung einstimmig grünes Licht für das Projekt. Sorgen, die Arbeit könnte an den Gemeindearbeitern bzw. dem Wirtschaftshof hängen bleiben, äußerte der zuständige SPÖ-Stadtrat Thomas Pfaffl. Kritisch merkte er an, dass man sich für zehn Jahre gebunden hätte: „Was, wenn nach zwei Jahren das Interesse verloren geht?“ Das Projekt wird im Rahmen des IGL-Gartenfests am 17. Mai von 15 bis 18 Uhr näher vorgestellt.