Korneuburg

Erstellt am 29. Juni 2016, 04:30

von Veronika Löwenstein

Nur ein Weg nach Wien ist beschildert. Auf der A22 steht man im Stau, während auf der S1 kaum Autos fahren. Wolfgang Ebner wundert sich über die Wegweiser.

ÖAAB-Stadtgruppenobmann Wolfgang Ebner versteht nicht, warum am Knoten Korneuburg-West nicht Wien über die S1 angeschrieben ist.  |  privat

Dreieinhalb Monate wartet ÖAAB-Stadtgruppenobmann Wolfgang Ebner jetzt schon vergebens auf eine Antwort der Asfinag. Dabei ist er mit seinem Ärger über den stauenden Verkehr auf der A22 in Richtung Wien nicht alleine. „In den Morgenstunden herrscht ab Langenzersdorf Stillstand“, weiß Ebner aus Erfahrung. Für seinen täglichen Berufsweg nach Wien nutzt er neben dem Rad und der Bahn manchmal auch das Auto.

„Was machen die tschechischen Lkw da?“, hat er sich nicht nur einmal gefragt. Schließlich ist die A22 nicht der einzige Weg nach Wien, es gäbe auch noch die S1. „Aber am Knoten Korneuburg-West steht nur Brünn angeschrieben“, wundert er sich. Die Information, dass es eine Alternative gibt, den Großraum Wien zu umfahren, fehle schlichtweg. Also wandte er sich an die Asfinag, wo er aber kein Gehör fand.

"Immer die kürzere Route angeschrieben"

Die NÖN bekam sehr wohl eine Antwort. Pressesprecher Walter Mocnik erklärt: „Am Knoten Korneuburg-West ist Wien nicht als Fernziel angegeben, weil Wien über die A22 schneller zu erreichen ist als über die S1.“ Im Standardfall sei immer die kürzeste Route angeschrieben. „Lediglich im Umleitungsfall, also bei einer Sperre der A22, wird Wien über die S1 angegeben“, führt Mocnik aus.

Glücklich ist Ebner auch nicht mit der ÖBB. Die alten, blauen Schnellbahngarnituren sind ihm ein Dorn im Auge, der Wunsch nach einem Viertelstunden-Takt groß. „Teils fahren die Züge im Vier-Minuten-Abstand nach Stockerau. Wenn man die Verkehrsströme entflechtet, hätten wir relativ leicht einen Viertelstunden-Takt“, schlägt der ÖAAB-Obmann vor.

Die neuen klimatisierten, barrierefreien Talent-Garnituren sollen ab Herbst auf der S3-Strecke eingesetzt werden, hat sich Ebner sagen lassen.