Erstellt am 05. März 2016, 05:04

von Veronika Löwenstein

„ÖVP tut zu wenig für sozialen Wohnbau“. ÖVP will sich SPÖ-Vorwurf nicht gefallen lassen und wirft den Sozialdemokraten schlicht Ahnungslosigkeit vor.

SP-Stadtrat Martin Peterl träumt von SP-Zeiten, wo sozialer Wohnbau funktioniert hätte. »So viel, wie wir tun, ist noch nie passiert«, kontert VP-Vizebürgermeisterin Helene Fuchs-Moser.  |  NOEN, flickr, NÖN
Geht es nach der SPÖ, dann tut die ÖVP zu wenig, um leistbares Wohnen in der Stadt zu fördern – ein Vorwurf, der VP-Vizebürgermeisterin Helene Fuchs-Moser auf die Palme bringt. „Das Wachstum der Stadt ist nicht aufzuhalten“, sagt SP-Fraktionsobmann Martin Peterl. Immer mehr Familien könnten sich die hohen Mietpreise in der Stadt aber nicht leisten und müssen wegziehen.

Rund 600 Wohnungsansuchen würden derzeit auf der Gemeinde liegen, sagt Peterl. „Nicht alle, die eine Wohnung haben wollen, können es sich leisten, 300.000 Euro zu zahlen.“ Sein konkreter Vorwurf: Die ÖVP würde beim Wohnungsbau vor allem das Klientel bedienen, das ÖVP wählt. „Die Stadt muss etwas tun, damit Korneuburger auch Korneuburger sein können“, fordert Peterl auf, „die Grundstückspreise sind in die Höhe geschnellt, sodass die Gemeinde gefordert ist.“

Die Startwohnungen für junge Menschen seien ein wichtiger Ansatz, der aber nicht ausreiche. „Es geht nicht nur um Junges Wohnen“, pflichtet ihm SP-Vizebürgermeister Thomas Pfaffl bei. Konkret wünscht sich die SPÖ, dass die Gemeinde Raum schafft, wo Genossenschaften günstige Wohnungen bauen können.

„Peterl wohnt in super geförderten Wohnung“

„Wirtschaftsbetrieben gibt man die Gründe ja auch billiger“, vergleicht Pfaffl. Peterl trauert SPÖ-Zeiten nach: „Bevor die ÖVP hier regiert hat, hat es auch funktioniert.“

Fuchs-Moser, ihres Zeichen auch Vorsitzende des Wohnungsausschusses, reißt ob der Vorwürfe der Geduldsfaden. „Ich habe seit einem Jahr das Wohnungsressort, weil es die SPÖ nicht weiterführen wollte. Die SPÖ wollte weder Personal noch Wohnung“, führt sie vor Augen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gemeinden leiste man sich sogar noch Gemeindewohnungen, kontert sie. Außerdem werden Gründe mit Baurecht übergeben, damit Genossenschaften günstig Wohnungen schaffen können.

Was die SPÖ fordere, passiere also längst, wirft sie den Sozialdemokraten Ahnungslosigkeit vor. Man könne aber nicht nur sozialen Wohnbau forcieren. Einen Seitenhieb auf Peterls Wohnsituation kann sie sich nicht verkneifen: „Er wohnt in seiner super geförderten Wohnung, die ihm mit seinem Gehalt als Assistent einer EU-Abgeordneten gar nicht zusteht.“