Erstellt am 23. Dezember 2015, 04:18

von Manfred Mikysek

Photovoltaik für Afrika. Seit wenigen Tagen liefert die Sonne die Energie für das Augen-Spital in Burkina Faso. Herbert Starmühler aus Kleinengersdorf hat seinen Traum wahr gemacht.

In Kleinengersdorf wurde das Projekt vor Sponsoren präsentiert. Im Bild Projektorganisator Herbert Starmühler, die Spenderin und Spendensammlerin Augenärztin Irene Ruhswurm, die privaten Großsponsoren Sissy und Otto Rötzer aus Stockerau und der Elektroniker Salia Konate.  |  NOEN, Mikysek

 „Spenden sammeln, Firmen-Schnorren, Berechnungen, Verhandlungen, Transportprobleme, Zollstreitereien – all das ist geschafft. Es ist sicherlich die modernste Photovoltaikanlage samt Steuerungen und Akku-System, die jetzt in diesem Land gebaut wurde“, bringt es Herbert Starmühler auf den Punkt.

Begonnen hat alles vor vier Jahren. Herbert Starmühler besuchte die Augenklinik in Burkina Faso. Er ist sozial engagiert und Mitglied von „Licht für die Welt“. Der Verleger und Obmann des Vereins für Energie-Autarkie erkannte bald den Vorteil einer Sonnenstromanlage für die auf Augenoperationen spezialisierte Klinik in Afrika, um Stromausfällen, die an der Tagesordnung stehen, gegenzusteuern, und gleichzeitig Energiekosten zu sparen.

Vor einem Jahr war es dann soweit: Starmühler hatte es geschafft, 60.000 Euro Spendengelder aus seinem Umfeld sowie Materialspenden von der Industrie im Wert von weiteren 20.000 Euro zu bekommen. Damit konnte er die nötigen Komponenten kaufen, den Transport finanzieren und die Montage organisieren. Im November dieses Jahres ging die Anlage mit 75 Solarmodulen in Betrieb.

Das alte Dieselaggregat hat nun ausgedient

Die Leistung der Anlage entspricht dem Energiebedarf von zehn Einfamilienhäusern in Österreich. In dem Spital können nun ohne Energieengpässe 1.500 Augenoperationen pro Jahr zur Heilung von Grauem Star durchgeführt werden. Jährlich werden 15.000 Patienten versorgt, sie kommen aus einem Umkreis von 200 Kilometern zur Klinik.

Maßgeblich am Gelingen des Projekts beteiligt war auch der Elektroniker Salia Konate. Der Diplomingenieur aus Burkina Faso lebt seit 13 Jahren in Niederösterreich. Er plante die Steuerungstechnik der Anlage und leitete die Montage, die samt Inbetriebnahme in nur neun Tagen erfolgte. „Seither musste das alte Dieselaggregat für den Notstrom nicht mehr anspringen“, freuen sich Starmühler und Konate. Damit werden auch zwei Drittel der bisherigen Energiekosten des Spitals eingespart.