Erstellt am 27. Dezember 2011, 00:00

Raucher-Sheriffs sorgen für dicke Luft in Lokalen. ANZEIGENFLUT / Wirte ärgern sich über Anzeigen einer „Interessensgruppe“ wegen angeblicher Verstöße gegen das Tabakgesetz.

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VON MANFRED MIKYSEK

STOCKERAU / Eine Welle von Verwaltungsstrafverfahren erfasste die Gastronomie im Zen-trum von Stockerau Mitte Dezember. Den Betreibern der Lokale Cafe Rötzer, IHMs Daylight Art Club, Veggie Bräu, Restaurant Zur Post und Cafe-Bar Roberto werden Verwaltungsübertretungen gegen das Tabakgesetz vorgeworfen.

Auffallend dabei ist für Gas-tronom Mag. Dr. Franz Ihm, dass alle Verstöße, die bei der Bezirkshauptmannschaft in Korneuburg zur Anzeige gebracht wurden, am 31. Oktober 2011 stattgefunden haben sollen. „ Es hat keine behördliche Überprüfung gegeben“, kann sich Ihm die Vorwürfe nicht erklären. Er widerspricht dem Vorwurf der Rechtsverletzung, denn der größere Teil seines Lokals sei für Nichtraucher ausgerichtet. „Raucher- und Nichtraucherraum sind auch baulich getrennt und unabhängig voneinander begehbar. Dies ist der Behörde durch ihren Bescheid zur Betriebsstättenänderung vom 20. Jänner 2009 bekannt“, wundert sich Ihm über das aus seiner Sicht falsch eingeleitete Verfahren der Bezirksbehörde.

Der stellvertretende Bezirkshauptmann Dr. Peter Suchanek bestätigt gegenüber der NÖN, dass die Anzeigen von einer Interessengruppe bei der Behörde erstattet wurden. „Daher sind Verwaltungsstrafverfahren einzuleiten und Fristen einzuhalten. Im Verfahren werden Betroffenen zu ihrer Rechtfertigung aufgefordert, erst danach wird entschieden“, rechtfertigt Suchanek die Vorgangsweise seiner Behörde. Dennoch stoßen sich manche Gastwirte daran, dass aufwändige Strafverfahren ohne vorherige Überprüfung der Stichhaltigkeit der Vorwürfe eingeleitet werden. So soll in einem der genannten Lokale gegen das Tabakgesetz verstoßen worden sein, das Lokal war jedoch wegen des Ruhetags an besagtem Tag geschlossen.